Gesellschaft

Live 8 – Kritik

Kritik

Konzept und Durchführung von Live 8

Afrikanische Gruppen und Peter Gabriel kritisierten, dass bei den geplanten Konzerten nur ein geringer Anteil an afrikanischen und afroamerikanischen Künstlern auftreten sollte. Deshalb wurden die Veranstaltungsorte Johannesburg und Cornwall ergänzt. Gerade die Konzerte dort waren aber schwach besucht.

Moeletsi Mbeki, Leiter des Instituts für internationale Angelegenheiten von Südafrika und Bruder von dessen Staatspräsidenten Thabo Mbeki, kritisierte in der südafrikanischen Zeitung The Star am 6. Juli 2005 Bob Geldof und Live 8: Dieses Projekt helfe Afrika nicht, weil es nur Symptome bekämpfe. Für die Ursachen fehle Geldof trotz guter Absicht das Verständnis. Der geforderte Schuldenerlass würde lediglich korrupte Eliten in Afrika stützen und ihnen weiteren „systematischen Diebstahl des Reichtums eines ganzen Kontinents erlauben“. Kernproblem sei der „schockierende Mangel an Rechenschaft, den afrikanische Regenten gegenüber ihren Bürgern ablegen“. Jede Spende gegen den Hunger, die einen Teller fülle, erlaube ihnen nur, dafür „gierig einen anderen Teller zu leeren“. Bisherige westliche Entwicklungshilfe ermutige sie dazu.

Diese Kritik teilten auch andere afrikanische Journalisten und Wirtschaftsexperten, wie zum Beispiel James Shikwati. Auch der deutsche Journalist Stefan Kornelius warf dem Projekt in der Süddeutschen Zeitung am 3. Juli 2005 vor, dass es in erster Linie der „Entlastung des eigenen Gewissens“ diene, die Probleme Afrikas jedoch nicht lösen könne.

Ein Kommentar von Sebastian Handke im Berliner Tagesspiegel am 4. Juli 2005 nahm Geldof zwar gegen Vorwürfe der Naivität in Schutz. Er fand jedoch die Dramaturgie des Londoner Konzerts „seelenlos“: Beim Auftritt der Äthiopierin Birhan Woldu, der Live Aid vor 20 Jahren laut Geldof das Leben rettete, sei ein Moment echter Betroffenheit entstanden. Diesen habe aber Madonnas lauter Auftritt danach sofort wieder zerstört. „Bon Jovi waren laut und dumm, Destiny’s Child routiniert und desinteressiert.“ Nur Michael Stipe mit R.E.M. sei mit einem breiten blauen Balken quer durchs Gesicht aus dem üblichen Showrahmen gefallen.

viaLive 8 – Wikipedia.

sowie

viaCui bono außer Bono?

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