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Sounds des Tages

Auto-Tune heißt das neue Modewort. Dem Computereffekt, der die Gesangsstimme so künstlich erscheinen lässt, als würde der leiernde Anrufbeantworter seine Nachrichten selber sprechen. Nun kann man den Effekt natürlich herrlich manipulativ einsetzen, um stimmliche Schwächen auszugleichen.

OK, ganz so neu ist es nicht, aber wird schon wieder inflationär als Renaissance in der Musikszene auserkoren, spätestens seit die amerikanische Indie Band Poliça im April auf der europäischen Landkarte erschienen ist und mit dem Erstling „Give you the Ghost“ das Auto-Tune wieder in aller Munde erscheinen lässt. Allerdings darf man bezweifeln, dass Sängerin Channy Leaneagh diese digitale Spielerei nicht ganz bewusst einsetzen würde, denn zu hören ist es konsequent quer durch das gesamte Album.

Und irgendwie ist man etwas hin und hergerissen zwischen chilligen Electronic Indie Grooves, 2 Mann starken treibenden Live Drum Beats und funkenden R&B Bass-Lines. Und über allem wabert die leicht wehmütige „getunete“ Stimme von Channy Leaneagh, sagt sie doch selber dass sie auf der Platte auch ihre gescheiterte Ehe verarbeitet. Das merkt man der Melancholie der Songs auch an; trotzdem ein mutiges Unterfangen für eine erstes Album einer Band die 2011 auch erst gegründet wurde.

Aber was soll ich sagen, es funktioniert tatsächlich und zieht einen sofort merkwürdig in seinen Bann…eine Art offensive Zurückgenommenheit der Musik, die aber unweigerlich in die Beine geht und positiv unruhig macht. Jedenfalls haben die Kritikerlieblinge von Bon Iver die Band schon geadelt und ihnen quasi ne 5/5 Sterne Bewertung gegeben.

Wie viel Sterne das Album nun letztlich verdient, liegt sicher im Auge des Betrachters, bzw. des Zuhörers. 2 Sterne hält es aber immerhin schon mal bereit:

Da wäre zum einen der Song Dark Star, der in der Grundstruktur geradlinig und fast n bischen monoton rüberkommt, aber durch seinen treibenden Beat Fahrt aufnimmt und bis zum Ende sogar unerwartet mit eingeflochtenen Bläsern aufwartet:

 

Oder das grandiose, wehmutbeschwerte Wandering Star,  in der die peitschenden Drums zwar gegen den wabernden Bass arbeiten; aber alles irgendwie harmonisch zusammengehalten wird.

 

 

Klasse!

e.

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2 Kommentare zu “Sounds des Tages

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