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#STEINBRÜCK vs. Medien

Ich verstehe die mediale Aufregung und Empörung über Steinbrück und seinen Stinkefinger Bild im Rahmen eine Bilder Serie für das SZ Magazin.

Allerdings nur bedingt!

Ich kann verstehen, dass das als vulgäre Geste verstanden werden kann, die einem Kanzler Kandidaten vielleicht nicht zusteht.
Und ich verstehe auch, dass sich manche Kritiker die Hände reiben, wenn sie sich bestätigt sehen, dass Steinbrück eine unkontrollierbare Kraft sei, die sich und seine Emotionen nicht im Griff hat. Kann So jemand ein Land führen, oder auf internationalem Parkett diplomatisch genug sein und dem Druck stand halten?

Aber es ist eben auch nur eine von vielen Gesten und Ausdrücken, die in der inszenierten Hochglanz Fotostrecke abgelichtet wurde. Und natürlich hat das Magazin genau dieses rausgesucht um damit den Titel medien- und auflagenwirksam zu „schmücken“! Völlig legitim!

Wahrscheinlich hätte Steinbrück eine von vielen professionell inszenierten heile Welt  Familien Home Storys in der Gala/Bunte/Brigitte machen sollen und die Leute hätten gelangweilt gesagt, er biedert sich an, wie So viele andere Politiker, die ihr Privatleben für den Wahlkampf zur Schau stellen!

Oder er hätte am besten gar nichts gemacht und die positiven und wohlwollend kommentierten Fernseh Auftritte für sich sprechen lassen. Allein die daraus resultierten Popularitäts Werte und Anerkennung hätten seine WahlChancen deutlich verbessert!

Aber das hat er nicht. Und das will er auch nicht. Wieder und wieder hat er gesagt, dass er unverstellt und kein Schauspieler ist!

Das ist unverkennbar nicht nur ein Vorteil, denn der Gegenwind, der ihm bei vielen seiner nicht immer konformen Aussagen und Ausdrucksweisen -gerade seit er sich als Kanzler Kandidat exponiert hat- entgegen weht, spricht ja ne eindeutige Sprache!

Auf der anderen Seite finde ich dass sich Teile der Medien in Bezug zu Politikern auch mal wieder auf objektive journalistische Standards besinnen dürfen!

Nicht zuletzt das durchaus geschmacklose sog. „Interview“, das die Taz mit Phillip Rösler geführt hatte, das im Kern seine asiatische Herkunft und Aussehen auf eine unwürdige Art zum Gegenstand gemacht hatte!

Und nicht zuletzt gab es Kommentare, die Steinbrücks emotionale Reaktion bei einer Wahlkampf Veranstaltung, bei dem er seine Tränen kaum verbergen konnte, als seine Frau sich auf eindrucksvolle medienkritische Art vor hin stellte, auf unrühmliche Weise beschrieben haben! Da war dann die Rede davon dass Steinbrück zu weich sei und dem Druck nicht gewachsen sei, oder manche haben das als inszenierte Wahlkampf Aktion abgewertet!

Sicher der mediale Druck ist immens und es ist für Politiker kaum möglich ein moralisch vorbildliches und tugendhaftes öffentliches Leben zu führen…zumindest So wie es die Medien teilweise überkritisch erwarten!

Und für die Medien wird der Kampf um sinkende Quoten/Auflagen immer schwieriger, da sich die InformationsGewohnheiten der Rezipienten immer mehr auf digitale (Gratis-)Quellen verlagern, mit denen es zunehmend schwer wird Geld zu verdienen! Von daher geht die gefühlte Tendenz dahin, dass viele Nebensachen zu skandalträchtigen Sensationen überhöht werden. Und dass manche Inhalte bereits im Netz landen, bevor sie reflektiert werden!

Auf der Strecke bleibt da immer wieder die sachliche, objektive Einordnung!

Letztlich sind beide Seiten, Medien und Politik, in einem Spannungsfeld, bei dem das viel zitierte „Maß und Mitte“ wieder ins Zentrum sollte!

Politik braucht Medien und Medien leben von Politik!

Ich möchte nicht nur eine nüchterne, visionsarme Politik, die den Herausforderungen mit zögernden Ausloten der Möglichkeiten begegnet und so lange wartet bis sich irgendein Zug in Bewegung gesetzt hat, auf den man möglichst gefahrlos aufspringen kann – sondern ich möchte dass eigene Haltungen gefunden werden, die auch auf die Gefahr hin, dass sie unbequem und nicht immer populär sind, den Menschen vermittelt werden kann.

Ich möchte dass Politik sich und den Menschen wieder mehr erklärt. Ich möchte Politiker, die nicht nur den unnahbaren Eindruck vermitteln, dass sie über den Dingen schweben und die Antwort auf Fragen kennen, die noch gar nicht gestellt wurden.

Deswegen wähle ICH Peer Steinbrück, weil ich glaube, dass er mit allem was er als Mensch und Politiker ausmacht, der Richtige ist!

Mit oder ohne Stinkefinger…

e.

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2 Kommentare zu “#STEINBRÜCK vs. Medien

  1. Abgesehen davon, dass ich den Sinn besagten Fingers noch nie verstanden habe, geht mir diese ganze von der Süddeutschen bewusst zum jetzigen Zeitpunkt inszenierte Debatte maßlos auf den Sender. Die meisten Menschen belassen es dabei, Schlagzeilen zu lesen und sie im Kontext mit den Bildern zu werten. Insofern finde ich es verantwortungslos von der SZ, genau dieses Bild auf den Titel zu nehmen. Sieht man sich den Rest der Fotostrecke an, so begegnet man einem Mann, dessen Minenspiel perfekt zu den ihm gestellten Fragen passt. Allerdings muss sich Herr Steinbrück nach meinem Empfinden schon fragen lassen: Was haben Sie sich dabei gedacht?
    Nicht bei der – weil spontanen – Geste an sich, sondern vielmehr bei der Freigabe der Bilder. Die, das habe ich eben in der FAZ gelesen, beispielsweise in den USA oder muslimischen Ländern in den TV-Sendern verpixelt gezeigt werden müssen.
    Übrigens: Frau von der Leyen ist in ähnlicher Pose im Netz zu finden aus einem Shooting in 2007. Das hat mich dann heute doch köstlich amüsiert. (Das am Rande erwähnt 🙂 )
    Bleibt etwas Ratlosigkeit, zumindest bei mir, weshalb durch eine solch völlig nebensächliche Geschichte wie dieses Interview, das keines ist, die Person von Steinbrück ein weiteres Mal in Frage gestellt wird. Wir wählen zudem nicht einen Menschen, sondern eine Partei und damit ein Parteiprogramm 🙂

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    • Erstmal danke für deine Gedanken. Du hast recht die mediale aufgeregtheit die ich auch angesprochen hab finde ich oft sehr fragwürdig. Genauso wie die Aktion die Geste derartig in den Mittelpunkt zu rücken…aber das gehört zum Spiel das Steinbrück zur genüge kennt und auch zu seinem Nutzen mitspielt.

      Schlimm finde ich dass die Medien sich über angepasste graue technokratische Politiker ärgern aber jemanden der sich mal mit Herz auf der Zunge und nicht gestellt gibt nieder schreiben. Die begreifen nicht dass Medien ein Teil des Problems sind.

      E. 😉

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