Aktuell/Gesellschaft/Kultur

Merkel und die „starken“ Männer

So, das war nun also der Bundestags Wahlkampf 2013 mit einem So nicht erwarteten Ergebnis für die Union und vor allem für Angela Merkel!

Unabhängig wie man zu ihr und ihrer Art der Politik steht, sie hat zweifelsohne den richtigen Ton getroffen und mit ihrer unaufgeregten, vertrauensschaffenden Art den Menschen das Gefühl gegeben, dass ein Wechsel an der politischen Spitze des Landes nicht notwendig und nicht wünschenswert ist!

Im Gegenteil, alle positiven Vorzeichen der Umfragen haben sich nicht nur bestätigt sondern sogar noch verbessert.

Angela Merkel ist ein großes Risiko eingegangen, einen So derartig personalisierten allein auf sie zugeschnittenen Wahlkampf zu bestreiten, bei dem viele Kritiker spotteten, dass sie statt Inhalt nur sich selber in den Vordergrund stellen würde.

Aber genau das war wohl der Erfolgs Faktor, der sie nun in ihre 3. Amtszeit mit mehr Macht als zuvor befördert hat.

Nicht nur ein CDU interner Nachfolger, auch die Opposition muss scheinbar darauf warten, bis Merkel von allein irgendwann amtsmüde ihren Thron räumt.

Schröder, Steinmeier und nun Steinbrück wurden von Merkel deutlich in die Schranken verwiesen und konnten letztlich nur noch den Eindruck verstärken, dass mit herkömmlichen männlichen Machtansprüchen einer taktisch geschickten und wendigen Merkel nicht das Wasser zu reichen ist!

Allerdings, in einem Punkt hat Merkel dramatisch geirrt. Dass die CDU/FDP Koalition die beste, erfolgreichste Regierung seit der Wiedervereinigung gewesen ist, wurde von den Wählern so nicht gesehen!

Diese christlich-liberale Regierung wurde nicht mehr gewünscht und abgewählt! Allein der Merkel CDU wurde ein erkennbarer RegierungsAuftrag erteilt.

Die Merkelkratie auf dem Höhepunkt!

Während aber die CDU das vermeintliche LuxusProblem hat, sich einen neuen Koalitionspartner suchen zu können, muss sich die FDP hingegen eine neue Daseinsberechtigung aneignen.

Zum ersten Mal wird es eine Legislaturperiode OHNE die FDP geben.

Raus aus dem Bundestag mit 4,8% !

Nun kann man sagen, dass auch die SPD schon mal nach einer Koalition mit der Merkel Koalition Schiffbruch erlitten hat und die FDP lediglich das gleiche unbarmherzige Schicksal widerfuhr, aber die FDP hat selber dafür gesorgt, dass aus einer anfangs erfolgreichen, aber monothematischen Westerwelle FDP eine nicht mehr liberale, nicht mehr den Bürgerrechten zugewandte Rösler Partei geworden ist, die nicht mehr nur in den Bundesländern sondern nun auch auf Bundesebene nicht mehr als notwendig erachtet wurde.

Warmsignale dafür gab es es zuhauf, die von der mit fataler Hybris benebelte und ignoranten Silberrücken MännerRiege immer als verstanden erklärt, aber deren Konsequenzen nie wirklich angegangen wurde!

Ein schlimmer Höhepunkt, war der bemitleidenswerte Aufruf nun doch den Verbleib von Merkel als Kanzlerin mit der Zweit-Stimme für die FDP zu verknüpfen. Etwas was Rösler bei seinen Antritt als Vorsitzender vor 2 Jahren noch als Inbegriff des liberalen Selbstverrates geißelte!

Nun muss nicht weniger als die liberale Geschichte neu geschrieben werden. Mit neuem Personal, im neuen außerparlamentarischen Umfeld und neuem Programm!

Der Liberalismus am Boden!

Für die SPD, mit ihrem minimalen Zuwachs von 23 auf 25% kann es auch nicht um einen Erfolg gehen!

Zwar hat Steinbrück für meine Begriffe und der vieler Beobachter einen am Ende respektablen mobilisierenden Wahlkampf bestritten, der Anlass gab, dass die SPD die Dominanz der CDU etwas kleiner hätte gestalten können, aber vielleicht waren die zahlreichen Kontroversen die rund um seine Person bis zuletzt rankten, einfach zu sehr im öffentlichen Bewusstsein, als dass die Wähler in ihm einen ernsthaften Gegenspieler zu Merkel hätten sehen können.

Für die SPD ist das vielleicht eine programmatische Stabilisierung, machttaktisch allerdings maximal Stillstand und nur mit der Hoffnung verbunden, dass man zwar Themen hatte, die für die Menschen wichtig waren, aber NOCH nicht zwingend und als dringend empfunden wurden.

Auch die Art wie die SPD ihren Wahlkampf amerikanisiert und mit vielen persönlichen Haustür Kontakten gestaltet hat, war ein richtiger Schritt verlorenes Vertrauen zurück zu gewinnen und sich wieder kampagnenfähiger zu zeigen!

Steinbrück war der richtige Kandidat, allerdings mit zu vielen Nebengeräuschen, der am Ende keine realistische Machtoption mehr hatte. Auch das mag das merkelsche „weiter so“ untermauert haben.

Die Sozialdemokratie im Niemandsland!

Eines hat sich allerdings wieder gezeigt:

Einer beliebten Kanzlerin MERKEL, der die Menschen Vertrauen entgegen bringen und der es gelingt, trotz aller vorhandenen akuten und potentiellen Probleme eine positive Aussicht zu vermitteln, bei der es angeblich niemanden schlechter gehen würde, ist den Menschen lieber, als die realen, aber für viele zu abstrakten nicht greifbaren Vorhersagen, die den Menschen das Gefühl vermitteln, sie hätten etwas zu verlieren!

Ob die Menschen das bequeme Sofa gewählt, aber nach der Wahl dieses doch gegen ein dorniges Nagelbett eintauschen müssen, muss sich zeigen.

Frau Merkel muss mit ihrer neu gewonnenen Macht und viel politischen Geschick beweisen, dass die vielen Befürchtungen hinsichtlich negativer Entwicklungen in gesellschaftlichen, sozialen, wirtschaftlichen Bereichen nicht eintreten!

Die FallHöhe für das mögliche Scheitern ist angestiegen und dementsprechend vorprogrammiert.

Mit großer Macht kommt große Verantwortung!

e.

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