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Soundcheck (Vol. 14)

1. Wie ein besinnlich minimalistisches Klassik-jazz Intro beginnt V (Island Song) der britischen Art-Rocker These New Puritans, das dann aber durchaus klarer und melodischer wird, sodaß man bei dem Song auch die langen elegischen Instrumental Passagen ohne Sekundenschlaf übersteht. Im Sommer 2013 ist das dazugehörige Album „Fields of Reeds“ veröffentlicht, aber erst zum Herbst hier in Deutschland wahr genommen worden. Und wenn man das knapp 10 minütige Stück durchhört, macht es durchaus eher herbstlichen Sinn. Ironischerweise hört man diesem „Song-Monument“ gerade nicht an, dass Sänger und Mastermind Jack Barnett, der selber (gefühlt) jedes Instrument spielen kann, auf diesem Album 40 Studiomusiker beschäftigt hat. Aber das Album sollte halt wohl einen Klassik Touch erhalten. Herausgekommen ist auf jeden Fall ein sehr ambitioniertes, teilweise sperriges Werk, das allerdings mit etwas Zuwendung durchaus zu überzeugen weiß.

2. Erfreut und etwas verwirrt war ich über neues Material der norwegischen Elektro Klangwerker von Röyksopp. Erfreut deswegen, weil es n neues Album nach 3 Jahren Kreativpause gab. Das hieß dann Late Night Tales: Röyksopp und war aber gar kein Studioalbum im engeren Sinne, sondern eine Zusammenstellung von Remixen, auf der gerade mal ein neuer Track war. So weit – so gut. Dann gab es im Dezember die frohe Kunde, dass es noch eine neue Single gibt („Running to the Sea“), die allerdings weder zum Remix Album, noch zu einem anderen Album gehört, was demnächst veröffentlicht wird. Und um es noch verwirrender zu machen, liefern sie dann auch noch eine „B-Seite“ in Form des Bonus Tracks “Something in My Heart”. Das allerdings ist ein grandioses Stück Elektro-Pop, in Zusammenarbeit mit dem englischen Sänger Jamie McDermott, der dem Song den erhabenen, falsettigen, melodramatischen Charme eines Antony Hegarty Songs verleiht.

3. Totaler Kontrast ist von einem anderen Master Mind, Rhythmus Professor und scheinbar Alles Könner. Gemeint ist kein geringerer Künstler als Neptunes Boss und Teilzeit N.E.R.D. Pharrell Williams! Dieser hat zum Herbst und zum Start der Premieren Kampagne zum Animations Film „Ich – Einfach Unverbesserlich 2“ mal wieder in eigener Mission aufhorchen lassen. Einerseits hat er einen coolen, sofort-mitgroove- Track im Retro-Soul Gewand dem Soundtrack beigesteuert. Dazu hat er eigens eine Website eingerichtet, auf dem er das dazu gehörige Video präsentiert hat, das nicht weniger als 24 Stunden (!!!) ausgelassene, fröhliche Menschen, darunter auch zahlreiche Promis mit Gastauftritten, zeigt. Dass er dem Jahr 2013 dann auch noch 2 Monster Hits („Blurred Lines“ und „Get Lucky“) als Produzent und/oder Musiker bei Daft Punk und Robin Thicke bescherte und als Sahnehaube nun für 7 Grammys nominiert ist, kann ja nur Happy machen! Ach, ein Album ist natürlich für 2014 auch in Arbeit…

4. Heloïse Letissier ist Französin, die eine Zeit lang in London gelebt hat und seit 2010 unter ihrem Bühnen Namen Christine and the Queens unterwegs ist, bzw. den royalen Indie Sound in die französische Boheme transportiert hat. Mit ihrer nunmehr 3. EP „Nuit 17 à 52“ scheint sie nun musikalisch angekommen zu sein – zumindest auf dem Radar der Indie Szene. In dem Single Track „The Loving Cup“ verbindet sie kühle Indie Pop Atmosphäre mit französischem Elektro Einschüben. Dass Frankreich eh ein Mekka für Samples und elektronische Klänge ist, war ja schon bekannt. Sie macht sich dieses hier auch sehr gelungen zu Eigen.

5. David Rhodes, langjähriger Tour und Studio Gitarrist von Peter Gabriel hat heute per Facebook bekannt gegeben, dass sein 2. Solo Album, mit dem schlichten Namen „Rhodes“ ab sofort erhältlich ist. Ein paar Tracks waren in den letzten Monaten schon zu hören und per Promo-Konzert Mitschnitt auch auf Live-Tauglichkeit zu begutachten. Mit an Bord ist auch wieder Kumpel Ged Lynch, der ebenfalls aus der Gabriel Familie stammt und ebenso auf dem Solo Erstling „Bittersweet“ an den Drums saß. Genau um dieses Album Bittersweet geht es jetzt noch mal, bzw. um die liebevoll besungene „Crazy Jane“, die ich kürzlich hier auch als „Sound des Tages“ vorgestellt hatte. Zur neuen CD „Rhodes“ gibt´s dann an anderer Stelle ein paar Worte.

6. Dominique Dillon de Byington stammt eigentlich aus Brasilien, lebt mittlerweile hier in Berlin und nennt sich schlicht „Dillon“. Von leider bislang nur von wenigen Menschen dennoch wohlwollend zur Kenntnis genommen wurde das 2011er CD Debut „This Silence Kills“ auf dem auch das clever verspielte „Tip Tapping“ zu finden ist. Der anfangs niedlich daher kommende und an Anett Louisan erinnernde Song ist dabei nur ein Beispiel für die unüblichen, aber spannenden Arrangements. Wie sie selber sagt, soll das neue Album „The Unknown“ im März erscheinen und ein ähnlich konzeptioneller Nachfolger werden.

7. Ich muss gestehen, nach dem Riesen Erfolg mit ihrem selbst betitelten Erstlingswerk „Franz Ferdinand“ und dem Gassenahuer „Take me out“ habe ich die Arbeit der Schotten nicht mehr sonderlich weiter verfolgt. Das lag an der Musik, die mich nicht langfristig begeistern wollte, da das 2. Album recht verkrampft wirkte. Nun ist seit August 2013 das neue Album „Right Thoughts, Right Words, Right Action“ draußen und ich habe das Gefühl, dass wieder eine gewisse Lockerheit und Spiel Freude dabei ist. Dementsprechend ist das augenzwinkernde „Evil Eye“(hier als Extended ReMix“) zu recht wieder ein Fingerzeig in die Erfolgsspur.

8. Das amerikanische Indie-Rock Trio of Verona gibt es seit 2010 und 2012 haben sie ihre erste vollständige CD „The White Apple“ eingespielt und veröffentlicht, auf dem sie zeitlosen Indie Rock Sound mit leichten Elektro Klangteppichen unterlegt haben – dazu die helle Stimme von Sängerin Mandy Perkins. Nicht ganz ungelegen kam der Einsatz in verschiedenen Teenager-freundlichen TV Serien und das öffentliche Interesse hat dazu geführt, dass sie das Album Ende 2013 clever als „Deluxe Version“ neu rausgebracht haben. Nach England in die Konzerthallen haben sie es zumindest damit schon geschafft. Und mit Dark In My Imagination auch in diesen Soundcheck. Wer sagt also, dass man es nicht zu was bringen kann?

9. Ebenfalls aus den USA stammt die bereits 2002 gegründete Indie Rock Band Kingsfoil, die auch einen gewissen Bezug zu amerikanischen TV Serien haben. Allerdings begründet sich die Aufmerksamkeit weniger durch den Einsatz ihrer Musik, die Bands wie so oft in Amerika für einen Sommer bekannt machen, sondern sie haben 2012 nach mehreren EP´s und dem 2010er Erstling ihr 2. reguläres Studio Album mit dem vielsagenden Titel „A beating Heart is a bleeding Heart“ veröffentlicht. Klingt natürlich jetzt auch wie gemalt für eine der zahlreichen Mystery und Mystischen TV Serien, aber da liegt man hier falsch. Das Album ist handwerklich gut gemacht und hat eine Reife, die man eben hat wenn man 10 Jahre zusammen Musik macht. Und es ist das bislang erste Album bei dem ein gewisser Frankie Muniz die Band als fester Drummer im wahrsten Sinne verstärkt hat. Hierzulande ist er als nerviger „Malcolm mittendrin“ Titelheld bekannt und natürlich auch auf „Grapevine Valentine“ zu hören.

10. Wie man gerade als „noch ein bisschen Teenager“ die Sphären der britischen Musik Szene erklimmt, durchlebt gerade Chlöe Howl. Vor einem Jahr, im Januar 2013 war sie noch ein Nobody, ein paar Monate später wird ein Song, den sie kurz zuvor zu Promotion zwecken als kostenlosen Download angeboten hatte in einem landesweiten Kinofilm gespielt. Aktuell arbeitet sie an einem dieses Jahr geplanten Album mit Major Plattenvertrag und mit den Vorschuss-Lorbeeren als einer der Hoffnungen für 2014 im Gepäck. Wer mit 18 schon die „Rumour EP“ in die Welt setzt, muss sich dann auch nicht wundern. Dass der gleichnamige Titel-Song dann rhythmisch und vom Gesangs Stil an eine andere „Göre“ aus Deutschland erinnert, lasse ich hier mal unter den Tisch fallen, da der Song „Rumour“ dann doch moderner produziert ist.

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