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Soundcheck (Vol. 18)

1. Wie schon in meinem „Song des Tages“ Artikel angekündigt, hab ich natürlich einen weiteren Song vom schottischen Singer/Songwriter Paolo Nutini! In dem Fall ist es das derzeit völlig zurecht überall zu hörende ‚Scream (Funk my life up)‘ aus seinem großartigen 3. Album Caustic Love, das gerade erschienen ist. Aber anders als bei seinem grandiosen Song Iron Sky, lässt er hier im Retro -Soul/Funk- Stil die Brass-Section richtig und mehr als „ordentlich“ Staub aufwirbeln.

2. „Twee-Pop“ wird eine Stilrichtung des Indie-Pop genannt, die sich durch seinen leichten, eingängigen Charakter auszeichnet, der von manchen Kritikern auch gern als „Bonbon-Pop“ abgetan wird. Aber ehrlich gesagt, waren die 80er voll davon und auch nicht weniger erfolgreich, als es heutzutage u.a. amerikanische Bands wie Stimulator, oder Scissor Sisters sind. Und in dieser Kategorie wird auch gern das australische Trio, mit dem „logischen“ Bandnamen Architecture in Helsinki gesteckt, obwohl das vermeintliche Prädikat natürlich auch nur eine Schublade ist. Naja nicht ganz, wenn man ihren neuen Song ‚I might survive‘ von ihrem gerade veröffentlichten Album Now + 4eva hört. Aber Klischees wollen ja hin und wieder auch mal bedient werden…

3. Klanglich verwandt zu den obigen „Architekten“ klingen die 4 Hamburger von Fuck Art Let´s Dance! zwar doch etwas, aber im Gegensatz dazu sagt man der mittlerweile international Live spielenden Band doch etwas Kulturpessimistisches nach. Der Name klingt zwar trotzig nach Dancefloor, aber es drehen sich viele Themen um die Melancholie und Schwermut des Alltags. Dennoch haben sie sich im Fahrwasser von Bands wie WhoMadeWho und We have Band einen guten Ruf in der Indie-Pop Szene gemacht. Unterstützt und gemanagt werden sie vom kleinen, aber fein sortierten und umtriebigen Label Audiolith, bei dem sie nun endlich auch gerade ihr erstes Album namens Atlas veröffentlicht haben. Darauf ist auch der bezeichnende Track ‚We´re Manicals‘.

4. Ganz Frisch auf dem Plattenteller geworfen haben die schottischen Indie Rocker von Twin Atlantic die Single ‚Heart and Soul‘, die der erste akustische Vorbote für ihr 3. Album Great Divide sein wird, das aber erst im August erscheinen wird. Und immerhin haben sich ja auch nach dem in England recht erfolgreichen Vorgänger Album Free ja nun auch was zu verteidigen. Der Track auf jeden Fall klingt schon mal recht erdig, rockig und erinnert etwas an die australische Band Jet. Das ist in dem Fall durchaus positiv gemeint!

5. Aus Australien kommt Chet Faker und ist gerade auf dem Weg sich hierzulande als ein Geheimtipp zu etablieren. Eigentlich heißt er ja Nick Murphy und einen Grund für einen derart kuriosen Künstlernamen hat er ganz einfach darin gefunden, dass in seiner Anfangszeit Leute in der Erwartung zu seinen Konzerten gekommen sind, dass er ein anderer Nick Murphy sei. Und da er ein Fan des Jazz Künstlers Chet Baker ist, hat er sich namentlich daran orientiert..irgendwie! Seine ersten Gehversuche 2011 waren dann auch schon sofort erfolgreich, allerdings mit der Coverversion des R´n´B „Krachers“ „No Diggity“ von der Band Blackstreet. Das hat dann sicher mit dazu beigetragen, dass sein gerade veröffentlichtes komplettes Studioalbum Built on Glass nicht nur in seiner Heimat durch die Decke ging, sondern auch aktuell in Amerika und in Europa in aller Munde ist. Der Titeltrack dazu heißt natürlich ‚Talk is Cheap‘ und ist ne soulige Downbeat Ballade, die so herrlich kantig im Ohr bleibt.

6. Das Beautiful Small Machines Duo ist eigentlich ein Zufallsprodukt. Denn eigentlich wollte Singer/Songwriterin Bree Sharp, die 2000 einen Überraschungs-Hit mit einer gleichnamigen Single über Akte-X Star David Duchovny hatte an einem 3. Solo Album arbeiten, als sie 2008/2009 mit dem Musikerkumpel Don DiLego zu dem Entschluss kam, dass das Material für die EP The Robots in Love eher „elektro-poppig“ und kein klassisch Indie/Folk Material sei. Daraufhin gründeten sie gemeinsam das BSM Duett und für den düsteren Alternative/Pop Titeltrack ‚Simple Joys‘ konnten sie den Duran Duran Sänger Simon Le Bon gewinnen, was das ganze Projekt dann natürlich kräftig angeschoben und bekannt gemacht hat. Nun nach „nur“ 5 weiteren Jahren steht das langersehnte Nachfolge Werk kurz vor der Veröffentlichung. Im Juli soll es dann endlich so weit sein. Und seit letzter Woche gibt es die 3. Hörprobe und das ist der TitelTrack des gleichnamigen Albums ‚The DJ stayed Home‘. In dem Fall ist er das tatsächlich, denn mit Dancefloor hat die neue Musik weniger zu tun, vielmehr knüpfen sie eher an Bree Sharps Retro Singer/Songwriter-Folk Material ihrer Solo Alben an. Erinnert in seiner opulenten Verspieltheit an Supertramp oder die großartigen Pop Songs von Prefab Sprout. Vorfreude!

7. Mr. Little Jeans machte vor einiger Zeit Schlagzeilen, weil eine Coverversion von der aktuellen Über-Band Arcade Fire in kurzer Zeit im Netz die große Runde machte. Und da musste man dann feststellen, dass dieser Mr. Eigentlich eine Frau ist, die in den USA lebt, aber eigentlich aus „Pop Schlaraffenland“ Norwegen stammt. Ihr Name ist Monica Birkenes und ihr letzten Monat erschienenes Debüt Album heißt PocketKnife. Und wer in das Album reingehört hat, wird eine Menge clever produzierte Tracks hören, die Indie-Pop Herzen höher schlagen und treibende Elektro-Beats nicht mehr aus dem Ohr bekommen lassen. Das lässig/kühle, aber grandiose ‚Good Mistake‘ ist da ein sehr gutes Beispiel, auch wenn der Song inhaltlich eher „emotional aufarbeitend“ ist. Wenn das dann im Ergebnis SO klingt, möchte man das dann bitte auch gerne. Messerscharf!

8. Dagegen ganz ernst gemeint und „beseelt“ ist der wunderbar sanfte Downbeat-Pop Track ‚Carmine‘ des englischen Duos Cloud Boat, in dem es um die Erinnerung an einen Kindheitsfreund geht und das schweigende „Aus-den-Augen-verlieren“. Angesiedelt sind die beiden eigentlich in der dortigen DJ und Electronic Szene, aber als ausgebildeter Musiker und Philosoph haben sie natürlich mehr zu bieten als den puren Dancefloor. Darum nehmen sie auch die Zeit und Mühe auf sich, um in der Natur und dem City Life organische Töne aufzunehmen, die dann zu digitalisieren und als Samples in ihre Arrangements einzubinden. Das wird man sicherlich ausgiebig auf dem im Juli heraus kommenden Album Model of You bestaunen und genießen dürfen und bis dahin bleibt Carmine ausgiebig „auf Wiedervorlage“!

9. Viel muss man ja nicht mehr über das Internet orientierte Audio/Visuelle Gesamtkunstwerk iamamiwhoami sagen. Ich hab das ja auch schon genügend gewürdigt letztes Jahr zu ihrem Langzeit Video Projekt „b-o-u-n-t-y“, dass dann im Sommer in ein gleichnamiges Album gemündet ist. Aber das rastlose und fleißige schwedische Kreativ-Mastermind Jonna Lee ist mittlerweile schon wieder auf neuen Pfaden, dass sie über ihr eigenes Label http://towhomitmayconcern.cc betreibt, indem sie über die dazugehörige Website das neue Projekt „generate“ gestartet hat, bei dem Fans in einen sog. „Crowd Fund“ einzahlen können, um darüber zusätzlichen Inhalt zu bekommen. Eine 3. Video Single zu diesem Projekt gibt es aber seit ein paar Tagen. Diese ist, wie die beiden Elektro/Ambient/Pop Vorgängern ‚Fountain‘ und ‚Hunting for Pearls‘, ebenso Bild- und stimmgewaltig und heißt ‚Vista‘.

10. Über Heloïse Letissier, ihre Englisch/Französische Wurzeln, die 2013er EP „Nuit 17 á 52“ und dem darauf befindlichen Song „The Loving Cup“ habe ich in einem der letzten Soundchecks ja schon mal berichtet. Dabei gefiel mir besonders der spannende Mix aus kühlem Indie Sound und dem französischen Einfluss aus Samples und Elektro. Bekannt ist sie natürlich in der Indie Pop Szene seit 2 Jahren als Christine and the Queens. Wobei sich der Bühnenname ableitet von ihrer Bewunderung für Travestie-Künstler (Drag-Queens), die sie auch einmal bei Konzerten unterstützt haben. Fleißig wie sie ist steht nun schon ein neues Werk ins Haus: nämlich Anfang Juni erscheint das Album Chaleur Humaine. Und wie man dem Titeltrack ‚Saint Claude‘* anhören kann, hat sie den cleveren Ambient/Indie/Elektro/Pop Stilmix sogar noch verfeinert. Hier singt sie zwar primär in ihrer Muttersprache französisch, was dem Song besonderen Charme verleiht, aber es gelingt ihr mit nur einer schmachtenden englischen Refrain Zeile in den Song bzw. den Inhalt verständlich zu machen. Nämlich:

Here´s my Station* – But if you say just one Word, I´ll stay here with you

Mehr bedarf es dann ja auch nicht mehr!

e.

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2 Kommentare zu “Soundcheck (Vol. 18)

  1. Pingback: Soundcheck (Vol. 20) | Kennzeichen E

  2. Pingback: Video des Tages [Cloud Boat - Carmine] | Kennzeichen E

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