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Die Qual der Wahl

Ok, Stern Reporter Hans Martin Tillack will NICHT zur Europawahl gehen!

Aus sachlichen Gründen, die, auch wenn einige davon 10 Jahre zurück liegen, nachvollziehbar sind und stimmen mögen, schließlich hat er sie ja auch recherchiert!

Und natürlich besteht weder für einen „Ottomormalbürger“ noch für einen renommierten Journalisten kein Wahlzwang!

Wäre da nur nicht nach meinem Empfinden in seiner Begründung auch ein latenter persönlicher Befindlichkeitsaspekt. Er hat einerseits sowohl Martin Schulz, als auch Jean Claude Juncker, die sich beide zur Wahl als EU Kommissions Präsident stellen, schon Widersprüche und Unwahrheiten nachgewiesen – aber er gibt zu, dass er wohl auch nicht zu den „Vorzugs-Gesprächspartnern“ der beiden gehört, da sie ihn wohl als zu unbequem empfinden und ihn am liebsten ignorieren würden.

Würden sich nur nicht seit Jahren alle wichtigen Meinungsmedien, inklusive seinem Hausblatt STERN darum bemühen gerade diese Ottomormalbürger vom Wahl-/ Politikverweigerern zu aktiven Wählern zu bewegen .

Auf ihre Stimme kommt es an“ heißt es da ja gern und bedeutungsschwanger für den denkfaulen oder naiven Nichtwähler.

Tillack möchte lieber auf 2019 warten. Aha!  Also bis wieder andere Kandidaten antreten, die ihm gefälliger erscheinen? Und der Normalbürger soll dann doch bitte die wählen, die der Herr Stern Reporter für nicht integer genug hält? So einfach ist das?

Sicherlich hab ich in der Vergangenheit auch mal ne Wahl „ausgelassen“ und bin auch kein glühender Europaparlaments Anhänger.

Nur hab ich nicht Hans Martin Tillack vor ein paar Tagen noch in einer Phoenix Runde (hier ab min. 4.00) moralisch daran erinnern hören, dass Politiker/Parlamentarier ihre Bürgerpflicht verletzten und sich doch bitte penibel an die selbst gemachten Gesetze zu halten haben, wenn sie aus den unterschiedlichsten Gründen versäumen ihren 2. Wohnsitz ordnungsgemäß anzumelden und zu versteuern?

Und ist nicht Tillack (den ich ansonsten als guten Journalisten schätze) ansonsten auch gern in Talkshows um speziell Politikern ihren Vorbild Charakter unter die Nase zu reiben?

Wie gesagt, es besteht auch für ihn kein Wahlzwang, aber ist er in seiner journalistischen Funktion als „Hüter der Demokratie“ und „Wächter über die Politik“, so hochstehend es klingt, nicht auch ein Vorbild? Oder sollte ich meine Ansprüche dahin gehend auch „anpassen“ ?

Sollte er nicht zumindest darauf verzichten seine Wahl-Verweigerung offen zur Schau zu stellen?

Schliesslich offenbart er ja sein Nicht-Wählen nicht irgendwo auf dem Privat Blog, sondern ganz exponiert und offiziell im Stern und suggeriert dadurch, dass all das Gerede vom wählen gehen Blödsinn ist!

e.

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