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„Der liebe Gott ist kein GEMA Mitglied…“

Ich nehme das traurige Ergebnis einer durchaus ernsthaften Problematik mal vorweg: „Jesus hat kein Urheberrecht“! So hat es (ganz im Ernst) jedenfalls aktuell ein Frankfurter Gericht entschieden.

Hintergrund:

Eine amerikanische Professorin hatte irgendwann mal spirituelle Träume in denen Gott oder Jesus oder sonst wer zu ihr sprach.
Dieses göttliche „Gesprächsprotokoll“ hat sie dann wortwörtlich in einem Buch veröffentlicht, aus dem sich aber dann ein deutscher Verein bediente, der die Zitate aber nicht als Fremd-Quelle gekennzeichnet hatte.

Begründung des Vereins : Gottes Wort, das durch sie transportiert wurde, sei quasi „common good“, also die Urheberschaft sei rechtlich nicht mehr zuzuordnen und von daher öffentliches (Allgemein-) Gut!

Das sah das Gericht allerdings anders und sprach der Professorin das besagte Urheberrecht zu, da die Worte ja ihrem Geist entsprangen und es ihre „kreative literarische Leistung“ sei.

Somit hätte der Verein die Professorin um Erlaubnis fragen und/oder ordnungsgemäß die Quelle angeben müssen.

Mal abgesehen davon, dass die dreiste Begründung und der dreiste Versuch das Urheberrecht zu umgehen zurecht zurück gewiesen und rechtlich geahndet wurden, muss das Urteil natürlich ein Nackenschlag für Anhänger frommer und spiritueller  Kontakte sein!

Andererseits wäre ein ein Urteil zugunsten Gottes wohl ein rechtlicher Dammbruch geworden, wenn man es ganz genau (aber freilich etwas satirisch überspitzt) nimmt:

Die Verwendung der Worte von Jesus wären tatsächlich Allgemeingut, da nach aktueller Rechtsprechung ja 70 Jahre nach dem Ableben des „Schöpfers“ (Urhebers), das ist in seinem Fall eindeutig ein Fakt, keine Ansprüche mehr geltend gemacht werden können.

Gott himself hingegen ist aber allgegenwärtig und jederzeit präsent und von daher könne ja nicht mit Verjährung argumentiert werden.

Daraus ergäbe sich dann allerdings eine schwerwiegende Konsequenz:

Wer im Namen Gottes redet, schreibt oder singt, akzeptiert demnach geltendes Urheberrecht und müsste ja im Zweifel auch ordnungsgemäß zitieren und Quellen angeben. Ein schnödes guttenbergisches „copy & paste“ wäre rechtlich ja nicht zulässig. Wer das doch tut, müsste im Zweifel damit rechnen vor Gericht eine Urheberrechtsverletzung nachgewiesen zu bekommen!

Und hat nicht jeder schon mal Gottes Wort zitiert, aber keine Verwertungs-Gebühren gezahlt?

Aber es gibt keinen allzu großen Grund zur Sorge, denn der  „Liebe Gott“ ist ja kein GEMA Mitglied…

e.

 

Das Artikelbild hab ich übrigens ganz dreist von HIER übernommen

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