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Soundcheck (Vol. 20)

1. „It all starts here“ hieß der erste (sinnige) Single-Vorbote des ersten, vollständigen Magic Man Album namens „Before the Waves“! Letztes Jahr haben die Bostoner Indie Pop Newcomer ja bereits eine EP („You are here“) vorgelegt, aus dem sie auch einige Songs für das Album übernommen haben. Erscheinen wird es nächste Woche am 08. Juli. Aber selbstverständlich hätte ich genau diesen Song auch hier als Opener für diesen Soundcheck nehmen können, aber warum einfach, wenn´s auch schwieriger geht. Ich hab mir stattdessen die neue „Dance-poppige“ Single ‚Out of Mind‘ raus gesucht.
2. Einfach nur „Morning“ heißt die neue EP, die Singer/Songwriter David Rhodes, alias „Rhodes“, bereits Anfang Mai veröffentlicht hatte. Und daraus hab ich die erste Single ausgesucht, mit der er gerade auch beim Glastonbury Festival einen grandiosen Exklusiv-Auftritt nur mit Akustik Gitarre hatte. Die Single-Version von ‚Your Soul‘ ist natürlich noch „groß-balladiger“ arrangiert, hymnischer, aber nicht weniger beseelt. Und das alles soll tatsächlich erst seit 2 Jahren (!!!) entstanden sein, als er „herausgefunden“ hat, dass er das Zeug zum Sänger hat! Irre…
3. Der Song ‚Come up and feel it‘* ist auch schon fast 1 Jahr „alt“, aber wie der Lauf der musikalischen Dinge manchmal so ist, basiert manches eben auch auf den Zufälligkeiten des Business. In dem Fall hatte ein Games-Hersteller genau den Song für seine TV Werbe Kampagne raus gepickt und siehe da; auf einmal ist das englisch/kanadische Quartett Big Skies mit Berliner Gründungs-Background auf Magazin Covern. Die dazugehörige EP „Big Skies“ gibt es auch bereits seit August 2013 und darf dann selbstverständlich auch gern nochmal angesteuert werden!
4. ENDLICH! kann ich nur sagen, dass das New Yorker Elektro-Pop Duo Beautiful Small Machines ihr neues Album „The DJ stayed Home“ „raus geworfen“ haben, um die Indie Welt zu erobern. Seit 2 Jahren ist es ja in Arbeit und immer wieder wurde es mit Songs und Ankündigungen „geteasert“. Richtigerweise muss ich aber auch sagen, dass es formell nicht ihr neues, sondern ihr 1. komplettes Album ist, denn es gab bislang 2 EP´s, von der eine nur aus einem Song in verschiedenen Remix Varianten bestand. Natürlich haben sie einige Songs der EP „Robots in Love“ mitgenommen, was natürlich Sinn macht, denn die sind alles Andere als „Füllmaterial“. Mein Highlight ist aber das folkpop-balladige ‚I´m lonely* in das Sängerin Bree Sharp all ihre Weltschmerz Qualitäten hinein legt und Don Dilego seine fein-kantigen Elektro Arrangements beisteuert.
5. Definitiv ganz frisch auf meinem Plattenteller liegt die CD „Hard Believer“ vom englischen Sänger und Songwriter Fin Greenall, der sich einfach nur Fink nennt! In den letzten Monaten hat sich dieser Name in der Indie Szene regelrecht breit gemacht, obwohl er mittlerweile mit 42 Jahren auch schon eine ganze Weile erfolgreich aktiv ist. Aber sicherlich hat die Arbeit mit z. B. Bonobo und besonders Amy Winehouse, für deren posthum erschienenes Album er Songs geschrieben hatte, seine Bekanntheit nochmal verstärkt und man ist auf sein eigenes Können aufmerksam geworden. Völlig zu Recht, denn das Album ist eine spannende Mischung aus treibenden, melodischen Synthesizer Klangflächen mit mal folkigen, oder bluesigen, aber immer fordernden Arrangements. So auch der Titel-Track ‚Hard Believer‘*, dem man sehr deutlich Blues Wurzeln anmerkt und man förmlich die schwüle, erdige Südstaaten Atmosphäre einatmet. Tolles Album!
6. Poliça Sängerin Channy Leanneagh hatte sich 2013 im Zuge der Veröffentlichung ihres 2. Albums „Shulamith“ etwas relativierend ausgedrückt über die Deutungen des Albumtitels, der sich dann als Hommage an eine ehemalige „radikale“ Frauenrechtlerin rausstellte. Sie sagte, sie folge damit persönlich keinen profeministischen Absichten. Dennoch zieht sich dieses Thema wie ein roter Faden durch das Album. Mittlerweile, sicherlich auch des Erfolges wegen gibt es jetzt nen Album Nachschlag in Form einer „Deluxe Edition“, die 4 weitere Tracks beinhaltet. Einer davon heißt ‚You don´t own me‘ und siehe da; auch hier sind die Assoziationen unverkennbar. Ganz zu schweigen von der hörbaren und für Poliça Verhältnisse „stilbrechenden“ Tatsache, dass es auch eine Cover-Version ist. Und zwar von der in den 1960ern sehr erfolgreichen Sängerin Lesley Gore. Ganz nebenbei war diese auch aus heutiger Sicht als Feministin einzuordnen. Auf jeden Fall ringt der Song Channy ab, mit ihrer natürlichen, unverzerrten Stimme zu singen und es sind Gitarrenklänge zu hören. Nur punktuell, aber immerhin erwähnenswert. Und natürlich klingt der Song fremd, wenn man ihn im stilistischen Gesamtkontext des Album-Sounds hört – aber davon losgelöst und im Geiste des Albums absolut gelungen!
7. Die dänische Band Reptile Youth gibt es schon seit 5 Jahren und man sagte ihnen schon sogar in China eine glorreiche Zukunft voraus. Nicht zuletzt wegen ihrer berühmt/berüchtigten Live Auftritte. Dennoch, von dieser Band habe ich persönlich bis vor ein paar Wochen noch nie etwas gehört! Bis ich eben über den Indie-Rock Titel ‚Above* gestolpert bin, der seine Spannung daraus bezieht, dass man immer das Gefühl hat, „der Fluss will über die Ufer, aber wird rechtzeitig durch Sandsäcke aufgehalten“. Das klingt jetzt vielleicht n bisschen nach „gewollt, aber nicht gekonnt“, aber tatsächlich mag ich den Song genau deswegen. Wie komm ich jetzt auf diese wässrige Metapher? Ach ja, seit März gibt es das dazugehörige Album „Rivers That Run for a Sea That Is Gone
8. Ein ungewöhnliches und ambitioniertes neues Album wird es im August von der grandiosen Künstlerin Imogen Heap geben. Allein deswegen, weil es einerseits Konzept Album, aber gefühlt eine Art „Best of 2011-2014“ sein wird. Denn bereits vor 3 Jahren hat sie angefangen per Field Recordings und Sound Schnipseln alle 3 Monate einen Song zu produzieren und fortwährend zu veröffentlichen. In ihren Video Botschaften (Sparks vBlogs) auf ihrer Website hat sie die Fans regelmäßig auf ihre ureigene Art auf dem Laufenden gehalten, sogar auch ganz aktuell über ihre Schwangerschaft. Der erste Song auf dem Album „Sparks“ ist hier das Heap typische, schillernde piano-balladige Elektro Stück ‚You know where to find me‘. Gänsehaut Atmosphäre inklusive!
9. Viel Piano gibt es auch auf dem Song ‚DayGlo Reflection‘ den der Ende Juni mit 70 Jahren verstobene legendäre Soul Sänger Bobby Womack 2012 für sein Album „The bravest Man in the Universe“ geschrieben hatte. Tragisch deswegen, weil er seine grandiose Karriere leider mit Drogen und Alkohol selbst überschattet hatte und bis zuletzt unter den Nachfolgen, an Krebs und Alzheimer litt. Selbst der Song DayGlo Reflection muss aus heutiger Sicht als selbstreferentiell betrachtet werden, bedenkt man an die Drogen-szenetypische Assoziation des Wortes „DayGlo“ mit fluoreszierenden Farben, die in der Welt der „Psycho Drogen“ gebräuchlich sind. Bemerkenswert bei dem Song ist aber auch dass er ihn zusammen mit der heute als „gelangweiltes Wohlstands-Girlie“ verschriene Lana Del Rey aufnahm, die immer wieder mit leicht verstörenden „Todes-sehnsüchtigen“ Äußerungen auffällt, bei denen man nicht genau weiß, was PR und was Wesensart ist. Jedenfalls ist dieser jazzige Urban-Soul Track ein „trauriges“ Highlight und dennoch eine Tragik-schöne Würdigung! Farewell, Bobby!

10. Geradezu „verliebt“ bin ich in den Sound des englischen Duos Cloud Boat. Dementsprechend in begeisterter Erwartung bin ich auf ihr am 07. Juli erscheinendes 2. Album „Model of You“, vom dem es ja bereits ein paar Vorab-Tracks gibt, die ich hier ja schon als Video Highlight und im Soundcheck (Vol. 18) gewürdigt hatte. Interessanterweise sagen Sänger Tom Clarke und Kollege Sam Ricketts über sich, dass sie in der Jugend bekennende Metal-Fans waren, aber bis dato eine beeindruckende Wandlung hin zum Electronic beeinflussten Indie (Dream-) Pop vollzogen haben. Eine mitreißende Mischung aus leichten, optimistischen Klängen, die sie teilweise aus digitalisierten Natur Tönen hergestellt haben – getragen von der melancholischen Tiefe von Tom Clarkes Stimme. Ein wunderbares Beispiel dafür ist das ausgedehnte ‚Hallow‘, das die ganze Bandbreite elektro/akustischer Klangflächen, wechselnden, treibenden Beats, literarische Textpassagen aufbietet und die emotionale Nähe des Sängers offenbart! Einfach großartig!

 


Anmerkung: Die mit * gekennzeichneten Songs können kostenlos ge-downloaded werden, deswegen kann die Playlist nicht hier „eingebettet“ werden.

Hier geht´s zu meiner Soundcheck (Vol. 20) SOUNDCLOUD PLAYLIST
Viel Spaß beim Hören
e.
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Ein Kommentar zu “Soundcheck (Vol. 20)

  1. Pingback: CD der Woche [Cloud Boat 'Model of You'] | Kennzeichen E

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