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Morrissey oder „Was geht mich der Weltfrieden an?“

Natürlich mag Morrissey seine Fans! Er bekommt nur irgendwie regelmäßig ne Erkältung, Grippe, Lebensmittelvergiftung, Pasta Allergie oder ähnliche Unpässlichkeiten, wenn er mit ihnen „in Kontakt kommt“.

(Es gibt tatsächlich Listen, die seine Tour Absagen dokumentieren…was in diesem Fall durchaus gerechtfertigt scheint)

Natürlich schätzt Morrissey Künstler, die seine Fans (und davon gibt es erstaunlicherweise noch reichlich) bei seinen Konzert Auftritten (die „passieren“ hin und wieder tatsächlich) als Vorprogramm mit ambitionierter Leistung in Stimmung bringen. Allerdings ist er sich nicht zu schade,  genau diese Künstler und deren Gesundheit als öffentliche Begründung zu verwenden, um ganz aktuell einen Grossteil seiner US Konzerte -wegen angesteckter Krankheit- abzusagen.

Dass dann die Warm-up Künstlerin aus dem Vorprogramm-Programm aussteigen musste, mag nachvollziehbar sein. Weniger schön ist es aber, wenn die Künstlerin den „feinen Herrn“ später der Lüge über die Beweggründe bezichtigt. (Ein Gentleman muss keine Kollegen diffamieren)

Natürlich achtet Morrissey Menschen unterschiedlicher Gesinnung, oder auch Kritiker. Speziell auch Kritiker die ein Online Magazin betreiben und es per se nicht gut mit ihm meinen.

Es ist nur irgendwie schwierig, wenn jemand aus seinem (vermeintlichen) Tour Sicherheits-Personal Umfeld behauptet, dass er von Morrissey aus seinem Dienst entlassen wurde, nachdem er sich weigerte eben jenen Kritiker „zu attackieren“.

(Hier also die Verschwörungstheorie, die er mit einer formellen Gegenrede „würdigt“, aber ansonsten von nichts weiß)

Natürlich ist Morrissey nach all der Zeit im Business ein Vollprofi und treuer Vertragspartner, der es zu schätzen weiss, dass es Menschen nach Jahrzehnten immer noch wichtig finden, ihn mit einem Plattenvertrag auszustatten und ihn bei der Ausübung seiner „Kunst“ angemessen zu unterstützen.

Ok, mittlerweile sind es keine großen Labels mehr, sondern kleinere sog. „Sublabels“, mit kleinerem Etat und spezialisierter strategischer Ausrichtung, die ihm trotz reiflichen Überlegens erst kürzlich ein musikalisches Zuhause gegeben haben.

Aber es erscheint dann irgendwie etwas unbeholfen, wenn „der König der musikalischen Indie Herzen“ 3 Wochen nach der Veröffentlichung seines aktuellen Albums „World Peace is none of your Business“, das durchaus wohlwollende Kritiken und recht ordentliche Chart Platzierungen hervorgebracht hat, sein Label öffentlich dafür kritisiert, dass kein weiteres Geld für Videos bereit gestellt und sich un-genügend um weltweite (!) Album Promotion Termine gekümmert hatte.

Dass „Moz“ -nicht mit dem Label abgesproche, inoffizielle- Fan-Videos seiner aktuellen Songs als veritable und wahrhafte Promotion Medien bezeichnet, die aber dummerweise durch das Label als „unlizensiert“ bei YouTube gesperrt wurden, ist dann selbstverständlich ein Affront gegen seine freiheitliche Selbstbestimmung als selbsternanntes „Gottes Geschenk an die Musikwelt“. (Majestätsbeleidigung)

Und von daher ist die Tatsache, dass Morrissey nun wieder „vertragslos“ ist (bzw. gekündigt! Auch wenn es natürlich viel zu klein gedacht wäre, einen Morrissey als gekündigt zu zitieren), weil sein Label sich ja nicht brüskieren und öffentlich kritisieren lassen will, ein Akt rückwärtsgewandter, musikindustrieller Kurzsichtigkeit.

Also zumindest wenn man treu ergebener Fan von Morrissey, bzw. Morrissey selbst ist!

Natürlich kann man jetzt meinen der Herr hätte einen eigenwilligen, aber erfolgreichen, cleveren Sinn für „verkaufsfördernde Maßnahmen“ im Zeitalter sozial-medialer, spontaner Schnapp-Atmung – denn viele der hier beschriebenen Vorgänge sind mehr „Ungereimtheiten“ als eindeutig belegbare Tatsachen. Denn natürlich bestreitet Morrissey viele kontroverse Details, die andere über ihn verbreiten.

Aber vielleicht geht es gar nicht so sehr um Beweise:

Vielleicht haben ja zu viele vermeintlich maßgebliche Menschen  ihm zu oft schon zu Lebzeiten eine „musikalische Unsterblichkeit“ attestiert?

Und vielleicht hat er sich deshalb auch schon selbst zu sehr in die Sphären der „großen Meister“ gedacht?

Aber vielleicht ist einfach die Tatsache, dass es diese vielen kleinen unschönen Ungereimtheiten überhaupt gibt, Grund genug, dass Fans sich fragen, warum sie überhaupt so viel Geld und Herzblut in jemanden investieren, dem sein Ego wichtiger erscheint, als das größte Kapital eines Künstlers wertzuschätzen und zu pflegen: die Loyalität seiner Fans.

Und wer diese verliert, verliert letztlich alles!

e.

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2 Kommentare zu “Morrissey oder „Was geht mich der Weltfrieden an?“

  1. Ohne Witz: Für mich gibt es kaum etwas Schlimmeres als einen respektlosen und überheblichen Umgang den Leuten gegenüber, denen man seinen Erfolg und damit auch seinen Lebensstandard zu verdanken hat.
    Aber wie du schon richtig sagst: Hochmut kommt vor dem Fall!
    Liebe Grüße

    Ps: ein schön geschriebener Artikel 🙂

    Gefällt 1 Person

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