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Soundcheck (Vol. 24)

1. Wie so viele Bands und Künstler, die in den „bunten“ 80ern bekannt und erfolgreich waren, sind die 90er ein echter Überlebenskampf gewesen. Sinkende Umsatzzahlen, weniger Konzerte in kleineren Hallen etc. Irgendwann kommt man dann in den 80ies Revival Sog und macht gemeinsame Konzerte mit Kollegen aus der der guten alten Zeit. Das war bei den Simple Minds nicht viel anders. Eine Band immerhin, die damals als „die schottischen U2“ galten und das Potenzial zu einer ebenfalls großen Karriere hatten. Allerdings hat sich die Band nie unterkriegen lassen, haben tapfer und selbstbewusst Alben aufgenommen und waren immer Live präsent! Und mit dem ganz aktuellen Album mit dem mutigen Titel „Big Music“, das im Wesentlichen auf Demo Material für das 2009er Album „Graffiti Soul“ beruht, scheint zumindest die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit ein wenig zurück zu kommen. Der erste Track ‚Honest Town‘ bedient sich jedenfalls treibender, club-tauglicher Trance/Ambient Klangteppiche, die geschickt in den bekannten „großen“ Sound der Band eingewebt werden. Ob das für mehr als einen Achtungserfolg reicht bin ich noch nicht sicher.

2. Nachdem die Jungs der amerikanischen Indie Rock band ‚Imagine Dragons“, nahezu jede Late Night Show im US TV beehrt, nahezu jeden US Musikpreis abgeräumt und ihre Welt Tournee mit ihrem Erfolgsalbum „Night Visions“ beendet hatten, hätte man denken können, dass erstmal eine Pause kommt. „Grau ist alle Theorie“ – und da die Band eh auf Tour Songs schreibt, liegt nun auch schon neues Material vor, das ein baldiges 2. Album ankündigt. Auf ‚I bet my life‘ ist nach wie vor leichter Bombast Rhythmus vorhanden, aber stilistisch haben sie auch etwas in Richtung Folk geschielt. Veränderung und Entwicklung ist wichtig…aber ob das eine Weiterentwicklung, oder das Gleiche nur in Grün ist, wird man erst mit der neuen CD hören und sagen können.

3. Über Edwyn Collins hab ich in den letzten Wochen ja nun auch schon einiges geschrieben, unter anderem ihm ein großes >> Portrait << gewidmet anlässlich der Veröffentlichung seines sehr persönlichen Dokumentar Films „The Possibilities Are Endless“, welcher sehr behutsam, berührend aber auch schonungslos authentisch seine Geschichte eines zweimaligen Schlaganfalls 2005 und der mühsame Kampf zurück ins Leben und zur Musik zeigt. Begleitet wird der Film, der als bester Independent Film in GB nominiert ist, von einem Soundtrack den er u.a. mit Neuaufnahmen seiner früheren Hits versehen hat. Und ein Klassiker wie ‚Don´t shilly-shally‘ passt in seinem Fall wirklich sehr treffend: Denn auch er lebt ein Motto: „Nicht zögern, oder zaudern: einfach (weiter) leben!“ Einfach großartig zu sehen und zu hören!

4. Gerade fertiggestellt und veröffentlicht haben die kalifornischen Soundcheck Dauerbrenner „Cold War Kids“ ihr neues Album „Hold my Home“. Und nach dem Sänger Nathan Willet und Bassist Matt Maust ja bereits dieses Jahr ihr Neben Projekt „French Style Furs“ mit ner Album Veröffentlichung veredelt hatten kann man sich als Fan nun wahrlich nicht über „Neu Stoff“-Mangel beklagen. Wie lange die Fans allerdings dann wieder auf heißen Kohlen sitzen, oder drüber gehen müssen bis ein neues Album erscheint lässt sich natürlich nicht sagen, aber ‚Hot Coals‘ ist nur 1 von mehreren CWK typischen Hymnen, die schnell ins Blut gehen…bzw. ins Ohr!

5. Schon mal versucht „LIVE“ zu googlen? Man bekommt alles und gelangt überall hin, nur nicht zu der amerikanischen Rock Band. Aber um die geht es ja gerade. Nebenbei ist es eine meiner Favoriten Bands aus Amerika. Zumindest war es so bis 2009 – bis bekannt wurde dass der charismatische (aber offenbar zu eigensinnige) Sänger Ed Kowalczyk die Band verlassen hat und später ein Solo Album aufnahm. Natürlich hat mich das erst mal stocken lassen, da ich ja mittlerweile fast die komplette CD Historie der Band besaß – und das sind ja nunmehr 10 CDs. Die Band blieb aber weiterhin (teilweise unter anderem Namen) aktiv und hat vor 2 Jahren LIVE mit einem neuen Sänger (Chris Shinn) reaktiviert. Sie sind dann ins Studio gegangen um haben ganz aktuell ein neues Album „The Turn“ rausgebracht. Neugier war schon da, ja, aber gedrosselte Erwartung auch, da ein Sänger sich nie 1:1 ersetzen lässt und ja mitunter den Sound einer Band prägt. Und auch wenn hin und wieder leichte stimmliche Ähnlichkeiten der beiden Sänger erkennbar sind (oder ich mir das einrede), es ist ein anderer Sound! Andere Inhalte und von prägenden spirituellen und philosophischen Gedanken ist auch keine Spur mehr. Aber nun gut – und um fair zu sein, es ist ein grundsolides Alternative Rock Album geworden, das durchaus Dampf hat und sich ohne große Hänger durchhören“ lässt. Auch ‚The Way around is through‘ ist da keine Ausnahme…aber es ist halt ein anderes LIVE! Aber da muss ich wohl durch…

6. Beim umtriebigen Hamburger Indie Label Audiolith ist die Band „Fuck Art, Let´s Dance!“ aktiv und bereist von dort unermüdlich die alljährlichen Festivals und Konzertbühnen. Aber auch im Studio sind sie vor kurzer Zeit gewesen, um ihr erstes komplettes Studio Album „Atlas“ zu produzieren. Und trotz des subversiven Bandnamen, hab ich die Band mit feinen, gut durchdachten und durchaus tanzbarem Indie/Pop Sound kennen gelernt. So geht es nicht nur mir, denn nicht umsonst sind sie zum Ende des Jahres mal wieder auf Tour…und das nicht nur in Deutschland, sondern auch im europäischen Ausland. Nicht weit reisen muss man allerdings um den neuen Song ‚Juvenile Ghost‘ zu hören; den gibt´s nämlich HIER!

7. Susanne Sundfør ist hierzulande kein so geläufiger Name. In ihrer norwegischen Heimat allerdings hat er schon einen guten Klang. Und erfolgreich ist sie darüber hinaus auch noch. Ausgezeichnet mit dem wichtigsten norwegischen Musikpreis und mehreren Alben in den Top10. Aber all das sind ja immer nur Momentaufnahmen und sagen nicht so viel über das künstlerische Potenzial. Das hingegen hat die norwegische elektro/pop Vorzeigeband Röyksopp erkannt. Eine Band die einerseits bekannt für ausdrucksstarke, prägnante weibliche Gast-Stimmen bei ihren Songs ist und nun verkündet hat, dass sie im November ihre letzte Studio CD im „klassischen“ Sinne veröffentlichen werden, um auf einem anderen Weg Musik zu veröffentlichen. Dieses Album jedenfalls wird auch bereits 2013 veröffentlichte Songs mit Susanne Sundfør beinhalten. Sie selbst wird im Februar 2015 ein neues Album veröffentlichen, das „Ten Love Songs“ heißen wird. Wenn man aber die Vorab Single ‚Fade away‘ hört, wird es wohl keine Schmuse-CD für kalte Winter Abende vorm Kamin, wie es der CD Titel vermuten lässt. Und das ist durchaus gut so!

8. Seit 2010 gibt es die ebenfalls aus Hamburg stammende Indie Pop Band mit dem ironischen Namen „Wilhelm Tell Me“. 2011 erschien ihre erste CD „Excuse my French“ und der eingängige Pop Song ‚Lost‘ der mir die Band zumindest bekannt machte. 2012 haben sie es im Rahmen der Weltausstellung (Expo 2012) sogar für einen Auftritt nach Südkorea geschafft. Aktuell gibt es mal wieder eine neue EP und die heißt sinnig „A Short Story for the Road“ und den Song ‚Let me take you away‘, der wiederum Ohrwurm Potenzial hat und aus meiner Sicht öfter im Radio gespielt werden sollte. Aber zumindest hier kann man ihn immer wieder hören!

9. Nur ausgewiesenen Musik Insidern ist die erst 2013 gegründete australische Rock Band „Service Bells“ bekannt, die musikalisch eher im Post-Punk angesiedelt ist. Auch ich kannte sie nicht, wären sie nicht auf dem Duran Duran Tribute Album „Making Patterns Rhyme“ mit ihrer Interpretation von DD´s Album Track aus ihrer Alternative Anfangszeit „Anyone out there“ vertreten, der wiederum auch nur eingefleischten Duran Duran Insidern ein Begriff ist. Bislang gibt es auch erst lose Tracks, aber es soll demnächst auch eine erste EP erscheinen, auf dem sicher auch der ‚Undertaker‘ sein Unwesen treiben wird.

10. 2006 war für Antony Hegarty ein besonderes, wenn nicht sogar lebensveränderndes Jahr. Vielleicht sogar auch ein Wendepunkt! Zumindest künstlerisch, aber auch was seine persönliche Entwicklung und seine Identitätssuche als Frau in einem Männerkörper. Transgender (transsexuell) heißt das postmodern und politisch korrekt. Hermaphrodit sagen wieder andere. Gemeint ist letztlich der Ausdruck der Identität, für den Antony Hegarty, besonders im prüden Amerika mittlerweile eine Ikone geworden ist, da er durch seine überragende Falsettstimme und seine grandiose Live Präsenz nicht nur in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist und einer „stummen“ Gruppe von Menschen eine Stimme gibt! Zusammen mit dem Filmemacher Charles Atlas hat er sich für mehrere Konzerte zusammen mit einer Gruppe von ebenfalls transsexuellen Frauen, die allein durch ihre optische Präsenz ein Statement waren, filmen lassen. Und nun 8 Jahre, Überwindung und Arbeit später, wurde daraus ein Live Concert Film entwickelt, der auf Film Festivals große Beachtung fand und nun veröffentlicht wird unter dem Namen „Turning“. Parallel dazu gibt es die Songs auch als gleichzeitige Live CD und ein Song daraus heißt ‚Daylight and the Sun‘ den er mit seiner heute noch aktiven Stamm Live Band als Antony and The Johnsons eingespielt hatte und wie immer tragische melancholische Schönheit seiner Songs oder Interpretationen mehr als andeutet! Barocke Klassik in POPulären Gewändern…dem kann man sich eigentlich kaum entziehen!

twitter: live // cold war kids // susanne sundfør // wilhelm tell me // fuck art, let´s dance! // service bells // imagine dragons // edwyn collins // simple minds // kennzeichen e

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Ein Kommentar zu “Soundcheck (Vol. 24)

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