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„Making Patterns Rhyme“ (A Tribute to Duran Duran)

Nun ist es also dann doch erschienen. Ein Tribute Album von Duran Duran, das schon 2013 die Runde machte, über die letzten Monate mit Single Releases geteasert, aber die Veröffentlichung an sich mehrfach (aus produktions- und vertriebstechnischen Gründen) verschoben wurde.

Making Patterns Rhyme“ heißt es und der Titel bezieht sich auf eine Textzeile aus dem ersten Hit der Band, nämlich Planet Earth:

Only came outside to watch the nightfall with the rain
I heard you making patterns rhyme
Like some new romantic looking for the tv sound
You’ll see I’m right some other time

Zeilen, die heute rückblickend sehr treffend für eine ganze musikalische Ära der Pop Musik steht, die sehr viel Wert auf Ästhetik, Mode, Farben und zeitloser „Belanglosigkeit“ legte. Und Duran Duran waren nicht nur mittendrin in dieser Bewegung Ende der 70er bis Mitte der 80er; sie hat diese maßgebend mitgeprägt! Und es war der Beginn der Elektronik, die Einzug in die Musik gefunden hatte, was auch Duran Duran meisterlich zu nutzen verstand. Es war also viel Bewegung und Aufbruch und es ist unverkennbar die Basis dessen was heute wieder, bzw. immer noch deutlich zu hören ist.

Viele aktuelle Musiker, Bands berufen sich auf diese Zeit, weil sie ja logischerweise mit genau dieser Musik aufgewachsen sind. Und wer heute jenseits der Charts Musik hört, der wird ganz unweigerlich auch auf Musik stoßen, die nach DD in ihrer Frühphase klingt.

Bekannt geworden ist DD natürlich primär als POP/Rock Band – aber wer nicht nur auf die Hits geschaut und auch (frühere) Alben gekauft hat, der wird wissen, dass diese auch immer sehr experimentell, teilweise düster aber eben auch stilistisch das war, was heute gemeinhin als „Indie“ und „Alternative“ gilt.

Deswegen war es auch nicht verwunderlich, dass es Ende der 90er Jahre anfing, dass junge Bands Duran Duran zu Ehren Songs aufgenommen haben und diese auf sog. Tribute Alben gelandet sind. Da gab es 1997er Album „The Duran Duran Tribute Album“ mit vorrangig US Künstlern (darunter Jimmy Eat World), die DD Songs auf deren Punk, Punkrock, Alternative Art interpretiert hatten. 2 Jahre später (1999) gab es ein weiteres Tribute von australischen Bands und Künstlern (Kylie Minogue etc.) mit dem Titel „Songs of Duran Duran UNDONE„.

Dass es nun 2014 ein weiteres Tribute Album gibt hat u.a. den Hintergrund, dass es mit dem US Label „Manimal Records“ und seinem kreativen Chef Paul Beahan Menschen gibt, die einerseits regelmäßig ausgewählte und liebevoll zusammengestellte Album heraus bringen. Das war schon bei Songs von Madonna so, aber auch vor ein paar Jahren bei Songs von David Bowie, bei dem auch DD ihren Tribut gezollt hatten. Und natürlich hat Manimal auch Künstler unter Vertrag, die Musik machen, die sich unverkennbar auf eine Musik Epoche beruft in der Duran Duran eine große, stilprägende Rolle spielte.

Nun kann man dennoch fragen, warum noch ein Album von einer Band, die ihre große Zeit hinter sich hat, deren Mitglieder in ihren 50ern sind und die nun nicht mehr das Zentrum der aktuellen Musik Szene bildet !? Meine Erklärung dafür ist schlicht und einfach:

Es ist letztlich eine Verneigung und Wertschätzung von Künstlern, die wissen, welchen großen Einfluss Duran Duran auf die Musikszene der letzten 3 Jahrzehnte hatte und nach wie vor hat.

Was macht dieses Tribute aber letztlich relevant und hörenswert? Sind es die Künstler aus USA, England, Australien und Kanada wie Moby, Warpaint, Austra, Carina Round u.a. die zu den bekannteren Namen der Indie und Alternative Szene gehören? Sind es die teilweise eigenwilligen und experimentellen Interpretationen von Duran Duran Songs? Ja und Ja! Beides stimmt im Grunde.

Was ich persönlich aber interessant und auch spannend finde, ist die Tatsache, dass es kein klassisches Tribute ist, das sich ausschließlich an den gängigen Hits orientiert. Das war ja bei den oben genannten Tribute Alben schon so. Nein, „Making Patterns Rhyme“ besteht auch aus Neuinterpretationen der Hits, aber zu 50% auch aus Interpretationen die es nur auf den Alben gibt und nie separat veröffentlicht wurden. Songs, die sog. Fan-Favoriten sind und an die man sich auf diesem Wege neu erinnert.

Natürlich gibt es Duran Duran heute noch. Sogar noch fast in Originalbesetzung. Ihre letzte Welttournee 2011/2012 hat sie für mehr als 100 (!) Konzerte für knapp 18 Monate über 6 Kontinente reisen lassen. Und ihr eigentlicher Erfolg besteht darin, dass sie auch heute noch Konzerte in den größten Hallen und Arenen theoretisch nur mit den größten „Best of…“ Hits spielen können – oder es sich andersherum leisten könnten, 50 % ihrer Hits wegzulassen und dennoch 2 Stunden lang ne große Show abzuliefern, die die Fans weltweit begeistert. Und genau das tun sie nach wie vor!

Nicht nur die Tatsache, dass die Einnahmen Amnesty International für soziale Zwecke zur Verfügung gestellt werden ist hier ein Kaufanreiz, sondern auch, dass dieses Tribute eine schöne Referenz an eine der erfolgreichsten Bands der Pop Geschichte ist, das sicher Menschen an die Band heran führen wird, die sich für Indie/Alternative Musik interessieren, aber noch nicht so viel mit Duran Duran zu tun hatten. Aber auch Fans der ersten Stunde, die ihre „heimlichen Album Perlen“ neu interpretiert bekommen!

Dass die Band auch im Jahre 2014 noch relevant ist, zeigt auch die Tatsache, dass DD Sänger Simon Le Bon auf dem demnächst erscheinenden Soundtrack für den neuen Kinofilm der „Tribute von Panem – Mockingjay“ Reihe in einem Duett mit Charlie XCX zu hören sein wird. Auch dort trifft also sozusagen musikalische Gegenwart auf noch aktuelle Vergangenheit!

2015 wird es darüber hinaus auch ein neues Duran Duran Album geben. Der Titel ist noch nicht bekannt, aber die Band befindet sich in der finalen Phase der Produktion.

Bis dahin hab ich hier die Playlist des kompletten Albums: „Making Patterns Rhyme

e.

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2 Kommentare zu “„Making Patterns Rhyme“ (A Tribute to Duran Duran)

  1. Pingback: Soundcheck (Vol. 27) | Kennzeichen E

  2. Pingback: Mein Album Review via Manimal Records! | Kennzeichen E

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