Bündnis 90 / Die Grünen/in eigener Sache/POLITIK @Kennzeichen E

Gut-Menschen und Besser-Esser

Da ist der Parteitag von den Grünen vorbei und das Reiz-Thema „Veggie Day“ offiziell Geschichte, kommt Bärbel Höhn! Denn eine Studie hat bereits bekannte Fakten neu aufgewärmt und frisch aufgetischt: Schulessen ist nicht „grün“ genug, weil zu viel Fleisch angeboten wird und zu wenig Obst und Gemüse.

Und deswegen möchte die Ur-Grüne Bäbel Höhn nun am liebsten per Gesetz regulieren, was die Kinder zu essen bekommen.  Selbstverständlich sicher nur das, was in die grüne Gesundheits- und Ernährungs Ideologie passt.

Das macht ja auch Sinn, denn wer bei den Erwachsenen auf Widerstand bei der Essenswahl in den Kantinen trifft, der versucht sein Glück eben beim kindlichen Nachwuchs in den Schulen. Schließlich wollen ja alle immer nur das Beste für die Kinder und wer will da schon dagegen argumentieren!

Wer sich da aber an die leidige „Einmischungs- und Bevormundungs-Debatte“ aus dem letzten Bundestagswahlkampf erinniert fühlt, liegt sicherlich nicht ganz falsch. Klingt es doch schwer nach „Veggie Day reloaded“, oder „Veggie Day per Hintertür“.

Nochmal zur Erinnerung: auf dem Parteitag der Grünen vom Wochenende hieß es noch u.a. vom neuen Ökologie Vorreiter und Co-Fraktionsvorsitzenden Anton Hofreiter:

Ob jemand am Donnerstag Fleisch isst oder nicht, ist uns herzlich egal

und dass es „albern“ sei, so etwas zu fordern!

Veggie Day (und die latente Bevormundung im Subtext) sollte damit also ad acta gelegt werden. Offensichtlich aber nur als medienwirksame Parole, um die kritische Öffentlichkeit / Medien zu beruhigen und ein Kampfthema abzuräumen.

Denn auf dem selben Parteitag hat der Schleswig-holsteinische Umweltminister Robert Habeck selbstkritisch angemerkt:

Wir (Grüne) haben einen gewissen Hang zur moralischen Überheblichkeit

Aber vielleicht war die gute Fau Höhn da bereits am Parteitagsbuffet, um sich mit „politisch und moralisch korrekten“ Lebensmitteln zu versorgen. So ein Parteitag kann ja auch mal anstrengend und kräfteraubend sein.

Und diese besagte „Überheblichkeit“ drückt sich mittlerweile auch für mich leider auch darin aus, dass manche Grüne wohl der Meinung sind, dass es keinerlei Diskussion mehr bedarf und die Mehrheit der Bevölkerung ja quasi nur darauf wartet, dass grüne Politik in Verordnungen gegossen und somit für alle verbindlich wird!

Allein das Ergebnis der letztjährigen Bundestagswahl und der darauffolgenden Kontroversen um die strategische Ausrichtung der Partei hat doch offenbart, dass es sehr wohl noch Diskussionsbedarf mit der Bevölkerung gibt, bis ein „grüner Kompromiss“ zwischen Partei und der gesamten Bevölkerung zustande kommt.

Und das, obwohl die Grünen sich ja vom „Verbots-Stigma“ lösen wollte und sich wieder zur Freiheits- und Bürgerrechts Partei hin bewegen wollte.

Aber wer Freiheit und Bürgerrechte ohne das Recht auf Selbstbestimmung des Einzelnen denkt und meint mit Gesetzen, Erlassen, Verordnungen in die individuelle Lebensführung einzugreifen, der rennt dann eben offene, grüne Türen ein…mehr aber auch nicht!

Und um noch mal auf das Ursprungs-Thema Ernährung zurück zu kommen: Ja, Ernährung ist ein wichtiges Thema. Auch ich beherzige mittlerweile, zwar nicht ganz freiwillig, aber immerhin eine fleischlosere Ernährung und habe mehr „gesunde“ Lebensmittel auf meinem Einkaufsplan. Genauso habe ich auch schon Bio-Läden von innen gesehen etc.

Von daher müsste ich den grünen Ernährungsprinzipien ja einiges abgewinnen können. Im Grunde tu ich das auch teilweise – ich sehe mich nur nicht in der Position meine persönlichen Gewohnheiten als alleinig richtig anderen Menschen aufzudrängen, oder besserwissend die Gewohnheiten der anderen Menschen infrage zu stellen.

Denn genauso wie „ungünstige“ Ernährung bzw. zu viel Fleischkonsum eine Ursache für Massentierhaltung und von den Grünen bevorzugter ökologischer Landwirtschaft ist, ist Bewegungsmangel ein Problem bei der Gesundheitsvorsorge. Wollen die Grüne dieser Logik folgend daher auch irgendwann ein gewisses Level an Bewegung vorschreiben und man muss am Quartalsende den Krankenkassen darlegen, wieviele Kilometer man gejoggt, oder geradelt ist?

Mag jetzt bewusst polemisch sein, aber das Gefühl haben viele Menschen eben ganz unbestreitbar – das kann man nicht abtun!

Veränderung ja! Aber bitte durch Einsicht und nicht per Gesetz!

e.

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