Audio/Downbeat/Electro/Indie-Rock/Music/MUSIK @Kennzeichen E/Playlist/Pop/Rock/Soundcheck/Soundcloud/Streaming

Soundcheck (Vol. 25)

1. Im Oktober hat Liam Gallagher das „Aus“ seiner auch erst relativ neuen Band „Beady Eye“ verkündet. Aber ohne lange nach Gründen, oder Ursachen zu fragen, haben die Medien angefangen Spekulationen über eine Reunion von Oasis ins Kraut wachsen lassen. Nur während Liam sich da vorsichtig zurückhält („you´ ll never know…“) steht dem Unterfangen aber eine Sache im Wege: nämlich sein Bruder Noel Gallagher. Und dieser denkt derzeit gar nicht daran, bzw. weist Spekulationen zurück. Er hat ja auch guten Grund, immerhin hat er ja nicht erst mit seinem Solo Album „Noel Gallagher´s High Flying Birds“ gezeigt, dass er sein Handwerk auch allein versteht und vor allem hat er unterstrichen, wer das eigentliche Oasis Mastermind war. Sicher war das vielen eh bewusst, aber allein etwas Relevantes auf die Beine zu stellen ist ja dann auch noch mal eine andere Herausforderung. Ein anderer nicht weniger wichtiger Grund, der gegen eine Reunion spricht, ist die Tatsache dass 2015 ein neues Album der High Flying Birds erscheint, das „Chasing Yesterday“ heißen wird. Vorboten gibt es auch schon in Form 2er Tracks, vom dem der eine (‚Do the Damage‘) quasi die B-Seite der Single Auskopplung ‚In the Heat of the Moment‘ ist. Wer braucht da noch Oasis…

2. Während Wilhelm Tell me auf Tour waren, haben sie Songs geschrieben, die ihren Weg in eine EP mit dem sinnigen Titel „A Short Story for the Road“ fanden. Das hab ich ja im letzten Soundcheck auch schon vorgestellt. Einen weiteren Indie-poppigen Song gibt es aber nun auch schon wieder und der heißt ‚Growing younger‘ und ist unverkennbar von guter Laune und Party People inspiriert. Aus meiner Sicht fliegt die Band aus Hamburg aber leider immer etwas unter dem medialen Aufmerksamkeits-Radar entlang, aber ich hoffe mit dem neuen Album, das 2015 erscheinen wird, bekommen sie dann vielleicht wieder etwas Luft unter die Flügel, sodass es (sie) hoffentlich mehr wahrgenommen wird/werden.

3. Seit ca. 1 Jahr ist dagegen die englische Indie Band „Shy Nature“ auf dem Radar, die in der Zeit immer mal wieder Songs gebracht haben, die einerseits leichten, eingängigen Elektro Pop mit leicht melancholischen Einschlag hatten. Durchaus hörbar. Nun haben sie eine weitere EP raus gebracht, die man durchaus als erste relevante Referenz betrachten kann. Ein gutes Beispiel dafür ist ein Track der „Birthday Club EP“ namens ‚Tonight is on your Side“. Aber für heute hab ich mal den durchaus ohrwurmigen Titel-Track ‚Birthday Club‘ rausgesucht.

4. Wer an die kanadische Indie Rock Band Arcade Fire denkt, der nennt sicher zuerst Sänger und Mastermind Win Butler. Aber es gibt ja in diesem Band Gefüge noch einen anderen Butler. Dieser heißt William (Will) und ist ebenfalls multi-instrumentalist, Kreativzentrum und nebenbei auch noch der Bruder von Sänger Win. Am Grammy-Erfolg vom Soundtrack für den US Kinofilm HER, der ja grundsätzlich der Band zugeschrieben wird, war neben „Bruder im Geiste“ und Teilzeit Band Mitglied Owen Pallet aber besonders Will verantwortlich. Folgerichtig hat er nun in der bandfreien Zeit eigene Songs für sein 1. Solo Album geschrieben und produziert, das 2015 erscheinen wird. Der Name des Albums wird „Policy“ sein und kommt im März raus. Einen rock´n´rolligen Vorgeschmack auf das Material ist jedenfalls das für Will Butler typisch ironische ‚Take my Side‘ und erinnert stilistisch ein wenig an Arcade Fires Album The Suburbs.

5. Eliot Sumner tourt ja gerade mit Lykke Li durch Europa und daher ist es zeitlich und Promotion technisch nicht unklug auch gleich selber wieder musikalische Lebenszeichen zu geben. Denn in den letzten Jahren, nach ihrem Solo Debut „The Constant“, das sie noch unter ihrem Künstler Namen „I blame Coco“ heraus brachte, war es etwas stiller geworden. Dass sie nicht nur auf der faulen Haut gelegen hatte, lag sicher auch daran, dass sich die Vorschuss-Lorbeeren damals nicht so richtig (im kommerziellen Sinne) auszahlen wollten. Denn in den wichtigen Musik-Märkten kam das Album nicht in Bereiche, die gemeinhin von Medien besondere Beachtung finden. Jedenfalls gibt es nun die „Information EP“, aus der ich bereits den ‚Wobbler‘ vorgestellt hatte, der textlich und gesanglich ein bisschen nach Vater Sting klingt, aber mit dem neuen Track ‚I followed you Home‘ wieder nahtlos an gewohnte Indie Electro-Pop Zeiten anknüpft.

6. Im Soundcheck (Vol. 24) letzten Monat hab ich es ja bereits im Beitrag über Susanne Sundfør angedeutet, die norwegischen Electronic Pioniere von Röyksopp beenden ein musikalisches Kapitel. Sie haben angekündigt, dass ihr aktuelles Album mit dem bezeichnenden Titel „The inevitable End“ das letzte Album in dieser traditionellen Art sein wird. Natürlich werden sie damit nicht ihre Karriere beenden und aufhören Musik zu machen, aber sie werden sicher nach anderen zeitgemäßeren Wegen und neuer strategischer Ausrichtung suchen und auch weiterhin kreativ wirken zu können. Am Erfolg des Duos und dem aktuellen Album sicher lag es nicht, dass dies nun ein Wendepunkt markiert, aber man wird gespannt sein, wie es weitergeht. Jedenfalls haben sie hier nochmal einige Weggefährten für die markanten Gesangsparts aufgeboten, allerdings nicht beim Album Final Track, bei dem sie dann noch mal selbst stimmlich aktiv werden, wenn auch per Vocoder Technik verzerrt. Aber man kann es trotzdem als gelungenes ‚Thank You‘ an die Fans bezeichnen. Eine gewisse „Wehmut“ schwingt irgendwie trotzdem mit.

7. Jonna Lee aus Schweden ist ja mittlerweile auch ein regelmäßiger, gern gesehener „Gast“ in meinen Soundchecks, Seit 2009 beobachte ich ja nun schon ihre spannenden , kreativen und sehr eigenen audio-visuellen Projekte. Unter ihrem Pseudonym iamamiwhoami geht sie ihren eigenen elektro-poppigen Weg, der ihr bis heute immer mehr Fans, Aufmerksamkeit und auch für ihr aktuelles Werk „Blue“ zahlreiche mehrseitige, bildgewaltige Hochglanz-Portraits in namhaften Musikmagazinen aus ganz Europa einbrachte. Auch ihre Release Strategie ist für traditionell denkende Promotion Experten unüblich: hatte sie doch noch vor Erscheinen der CD nicht weniger als 7 Tracks samt Videos veröffentlicht. Natürlich geht sie damit auch finanzielle Risiken ein, aber ihr Ethos besteht ja eh nicht darin eine goldene Nase zu verdienen, sondern vielmehr sich mit all ihrer Kreativität auszudrücken und dass Menschen an dieser Kunstform teilhaben können. Erfolgreich ist sie letztlich dennoch. Als Hör-Beispiel hab ich hier mal den Albumtrack ‚Shadowshow‘ raus gesucht.

8. In der US Musik ist es ja nicht nur eine Randnotiz, sondern oftmals ein quasi „Qualitätsausweis“, der auch im selben Atemzug einen Hinweis auf die stilistische Ausrichtung der Musik gibt, wenn ein Künstler die Zusammenarbeit mit einem namhaften Produzenten hervorhebt. Aber oftmals sind das Phasen, in denen Stile in den Clubs funktionieren, die ein bestimmter Produzent vorgibt, die dann auch wieder abebben. Mir fällt da besonders Timbaland ein, der bis vor einigen Jahren mit seinem Laptop und seinem „Koffer-Arbeitszimmer“ durch die Studios der USA gereist ist und jedem Pop Artist innerhalb von Stunden seine „Urban Beats“ zusammenschusterte, die die Künstler dann nur noch mit Gesang und Texten veredeln mussten. Wer Hits haben wollte, musste sich nur mit Timbaland zusammentun. Nur, wer redet heute noch von Timbaland? Eine ähnliche, aber weitaus substanziellere Karriere hat Pharrell Williams aufzuweisen, der ja seit einem Jahrzehnt mit unzähligen Größen der US Musikszene zusammengearbeitet hat und dessen Kompositionen nicht selten weltweit erfolgreich waren. Allerdings war sein 1. Album 2009 kein großer Erfolg, auch wenn dort damals angesagte Künstler mit an Bord waren. Erst 2013 und seine Zusammenarbeit mit Robin Thicke und Daft Punk brachten die Künstler, aber auch ihn selbst wieder ganz oben auf die Beobachtungsliste und nicht zuletzt seine musikalische „Goldgrube“, der Song „Happy“ für einen Animationsfilm. Dementsprechend gab es keinen besseren Zeitpunkt sein 2. Solo Werk „G.I.R.L.“ zu veröffentlichen, aus dem ‚Gust of Wind‘ ist und sicher nicht nur aus Dankbarkeit auch Daft Punk mitwirken.

9. Im Oktober Soundcheck (Vol. 23) hab ich ja erstmalig Hannah Schneider aus Dänemark und ihrem Album Vorboten ‚Butterfly Lovers‘ vorgestellt. Nun ist Dezember und das Album „Red Lines“ ist seit ein paar Wochen veröffentlicht und eine 2. Single daraus gibt es auch schon. Die heißt hier ‚Wild Open‘. Der Song ist weitaus Gesang-orientierter, reduzierter und bezieht seinen atmosphärischen Reiz aus der wabernden Ambient „Teppich Auslage“, dem aber am Schluss ein bisschen die Puste ausgeht und man ein wenig auf den Spannungsbogen wartet…leider vergeblich.

10. Auf Simon Green, alias Bonobo musste man in der jüngeren Vergangenheit jedenfalls sicher nicht lange warten. Schließlich ist er in den allerletzten Zügen seiner ausgedehnten Welttournee. Eine Tour, die auf dem grandiosen 2013 Werk „The North Borders“ beruht und unerwartet erfolgreich war, dass er sich dafür entschied eine Live DVD zu produzieren und die ihn ganz nebenbei nach fast 20 Jahren im Geschäft in die erste Liga der Electronic und DJ Musik brachte. Zeit und Muße hatte er allerdings in den letzten Monaten auch noch, um eine „Flashlight EP“ raus zu bringen, auf dem der sphärische (fast) Instrumental Track ‚Return to Air‘ ist und der fast sinnbildlich zu sagen scheint, dass er nach monatelanger Club und Konzerthallen Atmosphäre wieder zurück in den Alltag kehrt.

Zur Playlist geht´s heute ausnahmsweise (!) mal Richtung meiner Soundcloud

>>> Soundcheck (Vol. 25) <<<

da das Einbetten für DIESE Playlist leider nicht verfügbar war! Sorry dafür!

e.

twitter: bonobo // noel gallagher // hannah schneider // wilhelm tell me // will butler // pharrell williams // eliot sumner // shy nature // röyksopp // iamamiwhoami // kennzeichen e

Advertisements

Schreib mir, was du darüber denkst...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s