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Recht auf Remix & Sampling? Ja, aber…

Im Rechts-Streit um das sog. Sampling zwischen Kraftwerk vs Moses Pelham geht’s auch um FAIR PLAY!

Natürlich hat Pelham recht, wenn er sagt samplen und remixen, oder sog. „Mash-up’s“, bei denen verschiedene Musikstücke miteinander verwoben werden, lassen Neues entstehen.

Sie seien demnach eine neue Kunstform.

Vor allem aber seien sie in der elektronischen Musik, sowie im Rap und hip-hop integraler Bestandteil. Und letztlich: selbst die größten Musiker der vergangenen Jahrzehnte hätten sich an ihren Idolen nicht nur orientiert, sondern sich eben auch gern mal dort „bedient“.

Wer mal einen Blick nach Frankreich auf die dortige Musiklandschaft wirft, der wird genau das dort feststellen. Wenn dort jedesmal geklagt würde, wenn Unstimmigkeiten über Urheberschaft von ganzen Songs oder Teilen davon aufkommen, dann…!

Daher stimmt das Argument, dass Künstler oder Kulturschaffende nicht gleichzeitig Juristen seien, oder jeden kreativen Moment mit dem deutschen Urheberrecht abgleichen sollten. Kreativität sollte nicht durch starres Rechtsverständnis erstickt werden.

ABER:

KRAFTWERK Chef Hütter hat eben auch recht wenn er dagegen hält, andere namhafte Bands haben auch vorher gefragt, bevor sie Teile des Kraftwerk Sounds verwendet hatten! Und Moses Pelham hat schließlich im vollen Bewußtsein gehandelt.

Und darum geht es meiner Meinung nach:  eine Art künstlerisches fair play.
Wer weiss dass er die musikalische Vorlage eines anderen Künstlers verarbeiten will, sollte vorab anfragen!

Natürlich birgt dass das Risiko dass keine Einigung und keine Freigabe erfolgt, aber es zeigt eine Form des Respekts vor der kreativen Leistung eines Kollegen.

Dass davon beide Seiten profitieren können, ist ja seit Jahren immer wieder erkennbar, allein dadurch, dass der Original Künstler Erwähnung und Anerkennung findet und auch eine Form der Relevanz in einem neuen musikalischen Umfeld.

Gerade in der elektronischen Musik gehört der Remix zum Standard. Die (meist) Dj’s oder Remixer stellen ihre „gesampleten“ Tracks den Fans frei zur Verfügung. Nicht etwa um damit Geld zu verdienen, sondern einfach zu zeigen was sie können, bekannt zu werden…wohlwissend, dass sich darauf Karrieren aufbauen lassen.

Allerdings gehört zur digitalen Wahrheit 2015 auch dazu, dass für unbekannte Künstler, die viel Zeit und Energie in den Aufbau ihrer Karriere stecken und dabei kein Plattenlabel im Hintergrund haben, dass das Prinzip der Selbstbedienung durch andere Künstler nicht funktionieren kann.

Wenn ein indie Künstler heutzutage eh kaum Geld durch Musik Verkauf erwirtschaften kann und dann tatenlos zusehen muss wie sich andere, namhafte Künstler auch noch bei seinen Stücken bedienen und damit nicht wenig Geld verdienen, dann muss ein Ausgleich / Kompensation in irgendeiner Form, sei es durch finanzielle Entschädigung / Erlösbeteiligung, oder durch Namensnennung, gefunden werden.

Ansonsten läuft es noch mehr wie im Fußball auf „spanische Verhältnisse“ hinaus, wo einige wenige Fußball Clubs die Meisterschaft und große Folge Einnahmen erreichen und die übrigen Teams letztlich die Liga auffüllen, aber keine echte Chance haben.

Ähnliches deutet sich ja auch im Musikbusiness an, wo einige wenige weltweit operierende Unternehmen (Live Nation, CTS Eventim) den Konzert Markt durch ihre Marktmacht monopolisieren.

Oder eine Tendenz erkennbar ist, dass die Digitalisierung und das Streaming primär die großen, international bekannten Künstler (Big Player) bei der Vermarktung bevorzugen und bei der Vergütung begünstigen.

Es fehlt tendenziell an Gerechtigkeit und Chancengleichheit!

Wer also als Künstler Respekt einfordert, muss anderen Künstlern den gleichen Respekt erweisen. Wer aber andere Künstler als willkommene kostenneutrale Bezugsquelle erachtet, verliert seine Integrität!

e.

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