Album/Alternative/Ambient/Audio/Downbeat/Electro/Folk/House/indie/Indie-Rock/Music/MUSIK @Kennzeichen E/Playlist/Rock/Soundcheck

Soundcheck (Vol. 37)

1.Fall Together‘ heißt die neue, zweite Single der australischen Indie Rock Band The Temper Trap, die für Juni ihr neues Album „Thick as Thieves“ in den Startlöchern haben und bei der ich beim ersten Anhören intuitiv an die englische Band Editors denken musste. Das meine ich jetzt nicht nur schmeichelhaft, da ich nicht immer überzeugt vom manchmal zu theatralischen Barock/Britannica Pop bin. Auch hier hab ich das Gefühl, wirkt der Hymnen Charakter doch etwas zu gewollt und eindimensional. Gerade das experimentelle Element hatte mir bei den beiden sehr erfolgreichen Vorgängern ja gut gefallen, aber vielleicht belehrt mich Album 3 ja eines Besseren.

2. Wer die englische Formation Hot Chip kennt, der weiß man recht eingängige Electro Pop Music bekommt. Und weil sie in den Anfängen ihrer Musik Karriere wie so viele andere Bands aus ihrem Genre sehr viel in Eigenregie machen mussten und sich viel mit Remixes ihrer und Songs anderer Künstler beschäftigen mussten, haben sie sich nebenbei auch einen sehr guten Ruf eben als Remixer gemacht und werden auch immer wieder von namhaften Künstlern engagiert, deren Songs eingängig aufzupoppen. Letztes Jahr haben sie aber mal wieder ein eigenes Studiowerk mit dem Namen „Why make Sense?“ veröffentlicht und infolge der Produktion gab es noch eine EP mit Remixen der CD Tracks, aber auch eine Cover Version eines Rock Klassikers eines US Rock Helden. Gemeint ist hier ‚Dancing in the Dark‘ im Original von Bruce Springsteen, das nun endlich auch den tanzbaren Rahmen erhält, der den Song auch heute clubtauglich macht.

3. In den letzten Jahren habe ich ja immer wieder und nicht ohne bewundernde Anerkennung die Produktionen und Songs des schwedischen Electronic Projektes iamamiwhoami vorgestellt und dabei fast ausschließlich auf Sängerin und Performance-Künstlerin Jonna Lee verwiesen. Quasi unterschlagen habe ich dabei immer, dass die großartigen Tracks ja vielfach unter tatkräftiger Mitarbeit von Klangtüftler Claes Björklund entstanden sind. Dieser hat sich bislang auch mehrheitlich im Hintergrund gehalten und nur gelegentlich das Rampenlicht geteilt. Nun aber hat er eigene Kompositionen produziert und unter seiner Regie veröffentlicht. Dennoch hat er sich auch wieder hinter einem Bühnen Namen versteckt und nennt das Projekt „Barbelle“. Ein erster Vorgeschmack liefert hier das neue und „vielsagende“ Instrumental-Stück ‚OhWhyYeah‘. Klingt jetzt nicht ganz so artfremd, wenn man mit iamamiwhoami Musik vertraut ist, aber nicht weniger interessant.

4. Dass Alle Norton ein großes Faible für Synth Pop und New Wave der 80er Jahre hat, daraus hat sie nie einen Hehl gemacht und das arbeitet sie auch seit 2014 unter ihrem Bühnen Namen Cellars konsequent um. Letztes Jahr hat sie ihr Debut Album „Lovesick“ raus gebracht und darauf war der einschlägige 80er Jahre Analog Synthie Sound deutlich erkennbar. Auf ihrem neuen Album „Phases“, das seit dieser Woche auf dem Markt ist, spielt sie gekonnt mit Lo-Fi Arrangements und alles klingt ein wenig mehr nach Retro-Pop, wie auch schon auf dem groovy Vorboten ‚Nighttime Girl‘, das ich hier bereits vorgestellt hatte. Nun ist das Album Nr. 2 also draußen und parallel dazu gibt es ´ne neue laszive Single und die heißt ‚Do you miss me‘. Von mir ein klares JA!

5. Diesen Monat hat das Electronic Label Get Physical einen Sampler „Body Language, Vol. 17“ mit ausgesuchten electro und deep house Tracks veröffentlicht, auf dem z. B. auch The Golden Filter vertreten sind. Maßgeblich verantwortlich für die Zusammenstellung und die Mixes ist aber das umtriebige dänische Electro Pop Trio WhoMadeWho, die auch gleichzeitig doppelt auf dem Sampler vertreten sind. Zum einen haben sie aus allen Tracks ein durchgängiges Set zusammengestellt, das mehr als eine Stunde lang läuft, aber natürlich beinhaltet das Set auch eine eigene Single. Nämlich das kraftwerk-inspirierte ‚Hi & Low‘.

6. Schon 1998 hat sich die New Yorker Sängerin Bree Sharp auf ihrem rockigen Debut Album „A Cheap And Evil Girl“ als bekennender „Akte X“ Serien Junkie geoutet und damals auch dem männlichen Serien Hauptdarsteller Fox Mulder alias David Duchovny musikalisch angebetet. Da die Serie eine weltweite Fangemeinde hatte und nach wie vor hat, begründet sich darauf natürlich auch ein bisschen der Erfolg und die Bekanntheit von Bree Sharp, zumindest in den USA. Allerdings hat sie danach ja ihre Karriere innerhalb der Formation Beautiful Small Machines zusammen mit ihrem Freund und Songwriter Kollegen Don DiLego fortgesetzt. Aber wie der Zufall es nun mal so will, hat das jahrelange Bitten und Flehen der Fangemeinde nach Serien Nachschlag 2015 ein Einsehen der Macher der Serie gehabt. Es wurden Fortsetzungs-Folgen gedreht und auch hier in Deutschland ausgestrahlt. Und da hat sich auch Bree Sharp nicht lange bitten lassen und ihre musikalische Liebeserklärung wieder aufflammen lassen und den Original Song ‚David Duchovny‘ in ein neues akustisches Gewand mit Piano und Streichern gepackt und ihm somit ein „ReBoot“ verpasst.

7. In Amerika bereits ein „unter Beobachtung“ stehender Singer-Songwriter Newcomer ist Charlie Hickey aus Kalifornien. Erstaunlich an ihm ist, dass er mit seinen nun 15 Jahren und „Bübchen Gesicht“ schon eine enorme Songwriter-Kraft und emotionale Reife in seine Songs packt. Seine Debut EP „Odds“ ist zwar schon von 2014, aber erst so langsam werden in den USA die Medien auf ihn aufmerksam. Sicherlich nicht in Dimensionen eines Justin Biebers, dafür ist seine Musik zu sehr introvertiert und folkig, aber deswegen ja nicht weniger beachtenswert. Von dieser EP hab ich das beseelte, banjo-balladige ‚Brain Dead‘ rausgesucht, das er zusammen mit Phoebe Bridgers eingesungen hatte.

8. Und genau die besagte Singer-Songwriter Newcomerin Phoebe Bridgers war ja erst der Grund, warum ich auf den obigen Charlie Hickey aufmerksam wurde. Nämliche weil sie einerseits den Song ‚Brain Dead‘ selber live gespielt hatte und weil sie mir in meine Soundcloud reingespült wurde mit dem Song ‚Waiting Room‘ von 2014, der auf einem Sampler „Lost Ark Studio Compilation – Vol. 08.“ des US Labels RANDM Records beinhaltet war. Der Song fängt zwar an als würde sie mit Akustik Gitarre auf ner Wiese sitzen und bittersüß auf das Leben und seine Brüche blicken, aber dann nimmt der Song langsam Fahrt auf und mündet in einer kraftvollen Rock Hymne. Aktuell tourt sie mit ihrer 2015 EP „Killer“ im Gepäck durch die USA und Kanada und hoffentlich zukünftig in große Hallen.

9. Eine Penelope Trappes wird man sicherlich nicht kennen, bzw. nicht wenn man nicht sehr tief in den musikalischen Kosmos vorgedrungen ist. Aber neben ihren Kollegen Stephen Hindman ist sie die andere Hälfte des New Yorker Electronic Duos „The Golden Filter“ und schon könnten sich bestimmt schon mehrere Leute n Reim drauf machen um wen es sich handelt. Das letzte musikalische Erzeugnis der beiden war ja ein Tribute EP zum Tode von David Bowie und davor eine EP mit eher Deep-House Kompositionen, aber bei den beiden weiß man ja, dass sie nicht geizig sind, wenn es darum geht, Outtakes aus ihren CD´s separat und frei zu veröffentlichen (Unselected Works). So ungefähr könnte man diesen „minimalistischen, sphärischen Schnappschuss“ erklären den Penelope Trappes hier zum Besten gibt. Man könnte auch meinen, dass ‚Piano Movement #4‘ ein Demo oder Sample ist, oder als ein sog. Interlude zwischen zwei Songs gedacht war. Und als solches passt es ganz gut hier herein.

10. Eher per Zufall habe ich vor einigen Wochen eine Vorschau der englischen ZDF Krimi-Serie „Broadchurch“ gesehen, die dort seit 2015 recht erfolgreich läuft und demnächst in die 2. Staffel geht. Ein Junge wird tot am Strand gefunden und die Mordermittlungen führen in die Stadt Broadchurch und deren typisch englisch knorrigen und sperrigen Einwohnern, bei dem Jeder sein persönliches Geheimnis mit sich trägt und dadurch eine für den Zuschauer schier nicht enden wollende Verdächtigungskette aufgebaut wird. Gesehen habe ich noch keinen Teil, aber ich habe etwas gehört: Nämlich die Hintergrundmusik. Diese hat mich zuerst an die Band Cloud Boat erinnert, deren grandioses 2. Album „Model of You“ hier ja auch schon gewürdigt wurde. Ihr Erstlingswerk allerdings war der Begleitmusik der Serie nicht unähnlich, kühler, fast sakraler, minimal instrumentierter Ambient-Post/Rock. Allerdings handelt es sich hier um den Isländer Ólafur Arnalds, der als ausgebildeter klassischer Musiker meisterlich versteht puristisch klassische mit elektronischer Musik zu verbinden. Diese Tatsache hat sich mittlerweile auch schon bis Hollywood rumgesprochen, wo er bereits bei einigen Produktionen seinen musikalischen Fingerabdruck hinterlassen hat. 2013 kam dann eben dieser Broadchurch Soundtrack dazu, für den er bei 2 Songs (‚So Far‘ und ‚So Close‘) mit seinem Kollegen Arnór Dan zusammengearbeitet hat. Die von mir gehörte Hintergrundmusik ist demnach das wunderbar mysteriöse ‚So Close‘.

e.

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