Soundcheck (Vol. 1)

 

1. Mein persönliches Highlight aus dem  Album „Olympia“ (2010) von Bryan FerrySong to the Siren (im Original von Tim Buckley) ist der komplette Gegenentwurf zu den bekannten Adaptionen des Songs, z. B. von Robert Plant. Keine minimalistische, folkige Version, sondern eben opulenter Ferry Pop. Ein im wahrsten Sinne des Wortes „groß-artiges“ Arrangement und die zurückgenommene säuselnde Stimme vom Meister.

2. Auch hier spielt besagter Robert Plant eine nicht ganz  unwichtige Rolle: Sein 1992 erschienenes Album „Fate of Nations“ beinhaltete den Track 29 Palms, der hier von Faced like a Crow, alias Christopher Martin als eine Art Ambient/Rock-Remix neu interpretiert wird, bei dem nur entfernt der Gesang an das Original erinnert. Macht aber nix!

3. Von 2011 stammt das Album „Codes & Keys“ von Death Cab for Cutie. Es war in vieler Hinsicht lang erwartet, aber hat mich nicht völlig überzeugt und ich musste es mir durchaus mehrfach anhören, bis sich der Charme mancher Songs durchgesetzt hatte. Allerdings  Underneath the Sycamore ging gleich ins Ohr.

4. Giusi Ferreri ist eine italienische Sängerin, die ich per Zufall auf Youtube entdeckt habe, von daher kann ich wenig zu dieser Künstlerin sagen, außer dass der Song von Tiziano Ferry geschrieben wurde, was ja per se kein Nachteil ist. Stai fermo li bedeutet soviel wie „Du bist noch hier“ und handelt überraschenderweise von einer noch nicht abgeschlossenen Beziehung. Eine „gewisse Ähnlichkeit“ zu dem Song Nobody knows wurde dabei wohl in Kauf genommen!

5. Was soll ich noch zu Adele sagen, was noch nicht gesagt ist? Der Erfolg spricht für sie, aber so richtig warm geworden bin ich mit ihr bislang nicht (Stichwort: verzickte Göre, die auch schon mal Fans und Management vor den Kopf stößt). Ok, durch den intensiven Radio Airplay von Rolling in the Deep, hat sie es immerhin bis in diese Playlist geschafft…ob das wieder klappt, kann ich aber nicht versprechen.

6. Was Brandon Flowers mit „Flamingo“, seinem 2010er Solo Debut erreichen wollte, war eingängiger, runder Pop . Nun kann man sagen, das hat sich zuletzt schon bei seiner Stammband The Killers  musikalisch abgezeichnet und von daher sei der Überraschungseffekt nicht übermäßig groß gewesen. Aber un-überraschend gut; ist eben auch gut! Und die Kritik mancher Fans, dass mit Songs wie Swallow it, die kantigen, rauen Indie Pop Wurzeln beinahe vollends rausgerissen werden, kann in diesem Fall gefahrlos runtergeschluckt werden!  

7. Als sich 1986 Talk Talk mit dem Album „The Colour of Spring“ und der ersten Single  zurück meldeten, war das zwar nicht mehr New Wave Pop, was sicher viele Fans verschreckt hatte, aber nicht weniger als ein Paukenschlag! Was sich als Ergebnis monatelanger Studiotüftelei (die es zuweilen auch war) anhörte, waren am Ende eilig zusammengeschmiedete Konsens-Tracks, die eigentlich garnicht auf dem Album sein, aber die Plattenfirma „besänftigen“ sollten. Alle 3 Single-Auskopplungen waren Hits. So auch „Life´s what you make it„! Steve Rhodes, alias Spiderrhodes, covert hier wenig kreativ auf Nummer sicher; zwingend bleibt der Song trotzdem.

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*Leider ist der rezensierte Titel mittlerweile nicht mehr verfügbar, deswegen ist anstelle dessen Talk Talk´s  Song „Talk Talk“ als Live Version von 1986 gerückt.

8. Ein anderer, durchaus Prominenter Rhodes, ist kein geringerer als Peter Gabriels Vorzugs-Gitarren Künstler, David Rhodes. 2010 hat dieser sich endlich mal Zeit genommen und seine über die Jahre entstandenen eigenen Songs auf dem Album „Bittersweet“ eingespielt. Mal abgesehen davon, dass das Album eher im klassischen Rock, moderner Prägung angesiedelt ist,  hat besonders das „schwüle“ All I know all das, was Songs mit Rhodes an den Saiten markant macht: diese minimalistischen, treibenden Rhodes-Riffs!

9. Das schlicht mit „Debut“ betitelte Album von Björk hatte für mich ein Highlight; das vom Film Musik Guru David Arnold grandios arrangierte Play Dead! Allein deswegen wollte ich das Kino Drama „Young Americans“ sehen, was ich dann aber bis heut nicht geschafft habe. Auch wenn der Song sicherlich am wenigsten im Schaffen von Björk zu verorten ist, schafft sie hier Beklemmung und Gänsehaut zu vermitteln. Quasi großes Kino!

10. Die amerikanische Alternative Rock Band A Perfect Circle, die ja keine Band im engeren Sinne ist, sondern ein Dauerprojekt von unterschiedlichen, namhaften US-Musikern und von daher eine sog. „Super-Group“ ist, hatte 2004 das Album „eMOTIVe“ veröffentlicht, auf dem sie in erster Linie Cover Versionen zum Thema Krieg und Frieden völlig neu interpretierten.  Ein logische Wahl traf dabei den Song Imagine, der im Original von John Lennon genau das Thema aufgreift. Auch wenn mich der Song und speziell das Streicher-Arrangement doch sehr an Kashmir von Led Zeppelin erinnert, ist das Ergebnis bemerkenswert und beklemmend zugleich. Groß!

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