Soundcheck (Vol. 10)

1. Etwas verwundert war ich über die Cold War Kids aus Kalifornien, die vor 5 Monaten erst ihr großartiges Album „Dear Miss Lonelyhearts“ veröffentlicht hatten und nun schon mir einer neuen EP „Tuxedos“ auf den Plan rücken – zumal die Band ja auch intensiv am touren sind. Bei näherer Betrachtung fiel dann aber auf, dass die 6 Songs aus Remixen, Cover Versionen, Überbleibseln und unveröffentlichten Tracks bestehen. Dass das weit mehr als Reste Rampe ist, beweist das ruhige, fast besinnliche „Pine St.„.

2. Placebo haben sich ja auch im Juli mit ihrem „Loud like Love“ Album zurückgemeldet und die erste Single daraus ist immer noch „Too many Friends„, das thematisch etwas seicht am Thema Facebook und Social Media Life entlang schleicht. Musikalisch lässt der Song auch Fragen offen, da letztes Jahr die EP „B3“ erschien und ich vermutet hatte, dass die Band ihren Sound noch konsequenter in Richtung Ursprung zurück drehen wollten. Begleitet wird das Album von großen Social Media Promotion Beiwerk, überdecken kann es die teilweise zu gefälligen Chart orientierten Tracks nicht!

3. Ob die Kings of Leon die Fans einfach nur beglücken wollen, oder aus Reue und Wiedergutmachungs Gründen, aufgrund des Kummers den sie ihren Fans in den letzten 2 Jahren gebracht haben, weiß ich nicht. Immerhin ist mit „Wait for me“ schon der 2. Track veröffentlicht. Und das, obwohl sie das neue Album „Mechanical Bull“ erst in 3 Wochen raus bringen. Dass Sänger Caleb Followill zumindest ein bisschen Kummer hatte, merkt man dem schmachtfetzigen Song jedenfalls an. Er wird wissen warum.

4. Daughter ist eine englische Indie Folk-Pop Band, die 2010 erst gegründet wurde und 2013 ihr erstes Album „If you Leave“ veröffentlicht haben. Etwas verwirrend ist das Projekt schon, bedenkt man dass es eigentlich nur Sängerin Elena Tonra geben sollte und es nun ein Trio ist, deren Namen (Elena Tonra, Igor Haefeli, Remi Aguilella) allesamt nicht besonders nach England klingen. Ihre ersten Achtungs Chartserfolge feiert die Band bezeichnenderweise auch…in Kanada und den USA und hört man sich „Still„, denkt man auch eher an Downbeat, als an folkige Klänge. Das Ergebnis ist aber absolut hörenswert!

5. Lang ersehnt war das neue Album „The Weight of your Love“ der Alternative Rocker der Editors, das gerade im Juni auf den Markt kam und hier mit „Formaldehyde“ die 2. Single am Start haben. Sänger Tom Smith hat zu Protokoll gegeben, dass er sich bei dem Album von Bands wie R.E.M. und Arcade Fire hat inspirieren lassen, da er deren Sound immer schon gemocht hatte. Ob das dann noch Alternative ist, bin ich nicht sicher, klingt aber „hübsch“.

6. Ganz ähnlich opulente Indie-Rock Music machen die Arctic Monkeys, die aber im Gegensatz zu den Editors das experimentelle Element glaubhafter und überzeugender rüber bringen. Überzeugen kann man sich davon auf dem neuen Album mit dem  vielsagenden und „geheimnisvollen“ Titel „AM„, das nachste Woche erscheint. Dass sie ohnehin einen Hang zur Ironie haben und ausgefallene Titel mögen, zeigen sie auf dem großartigen Vorläufer „Why’d You Only Call Me When You’re High?

7. Portugal. The Man kommen aus Portland in den USA, die es in dieser Formation seit 2006 gibt, aber schon vorher in anderen Formationen besonders im Gebiet von Alaska aktiv waren. Dass sich die Band von daher der Psychedelic und Progressive Rock Musik verschrieben hatte kann ich nicht genau sagen, spielt aber beim farbenfrohen „Purple Yellow Red and Blue“ auch nur eine untergeordnete, weil kaum hörbare Rolle. Nachdem das Album „Evil Friends“ seit Sommer in Amerika schon ordentlich lief, schleicht es so langsam durch den Indie Tunnel nach Europa.

8.The Pop Underground“ heißt das 1. Album vom amerikanischen Singer/Songwriter Andrew McMahon. Allerdings heißt das in seinem Fall nicht dass er ein Neuling in der US Musik Szene ist, denn er ist hauptberuflich musikalisches Mastermind von gleich 2 weiteren Chart Bands Something Corporate and Jack’s Mannequin. Dass er es daher dann auch noch schafft seine Solo Karriere voran zu treiben ist mehr als erstaunlich. Und natürlich hat er mit „Synethesia“ einen hymnischen Track, der natürlich auch nicht im Untergrund geblieben ist, wie man hier hören kann.

9. Death Cab for Cutie und ihr charismatischer Sänger Ben Gibbard sind eine Indie Rock Band aus dem amerikanischen Bundesstaat Washington und sind schon seit 1997 in der amerikanischen Musikszene aktiv und haben es durch zahlreiche Einsätze ihrer Songs in US TV-Serien und Kinofilmen geschafft, nicht nur bekannt zu werden, sondern auch unter Kritikern große Anerkennung, wegen ihrer intelligenten Songs und sehr guten Live Auftritte zu gelangen. Der 1. September ist in Amerika der „Tag der Arbeit“ und ein nationaler Feiertag. Gleichzeitig läutet er auch das Ende des Sommers ein, wie man gerade auch hier merkt – dass hat die Band auch zu dem grandiosen „Summer Skin“ von ihrem 2005er Album „Plans“ inspiriert, in dem eine Sommer Romanze eben genau in der Zeit des Spätsommer „Labour Days“ anfängt zu verblassen.

10. Now we can see heißt das 2009er Album von The Thermals ebenfalls aus Portland und ist auch das erste Lebenszeichen, das ich von der Alternative und Indie Rock Band vernommen habe, obwohl es bereits das 4. Album von mittlerweile 6 ist – das aktuelle Desperate Ground ist zumindest noch für dieses Jahr angekündigt. Was markant an den Songs der Band ist, dass sie häufig recht kurz, kernig und schnörkellos rockig nach vorne gehen, aber oft auch sehr unverblümt politisch sind. „I called out your Name“ ist da auch keine große Ausnahme

e.

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