Soundcheck (Vol. 7)

1. Für Placebo war 2009 ein Neuanfang in mehrerer Hinsicht. Einerseits hatten sie ihr damaliges Album „Battle for the Sun“ mit einem neuen Drummer Steve Forrest raus gebracht, nachdem 2007 ihr langjähriger Bandgefährte Steve Hewitt unzufrieden das Weite suchte. Das hatte zufolge, dass sich ihr Sound wieder an den ursprünglichen härteren Alternative Rock anlegte. Das gefiel den „alten“ Fans, war dann aber nicht mehr ganz so kommerziell erfogreich, als die Vorgänger-Alben. Dieses Jahr sollte eigentlich ein komplett neues Studioalbum erscheinen, was sich sicherlich an der 2012er EPB3“ orientieren wird. Allerdings gibt es von der Band kein konkretes Statement dazu und bis dahin muss halt der Title Track B3 überbrücken.

2. Recht neu ist die englische Indie / Alternative Rock Band Cave Painting, die sich erst 2010 gegründet hat. Und fleißig ist die Band außerdem auch, konnte man erst Ende 2012 ihr Studio Album Votive Life in den Läden kaufen, folgt ganz aktuell die EP „RIO“ auf dem der gleichnamige Titel Track zu finden ist. Musikalisch hat das Ganze nur sehr entfernt mit Höhlen Malerei zu tun, auch wenn man klanglich durchaus künstlerischen Anspruch entdecken kann. Trotzdem lässt der Song am Anfang etwas an Enya erinnern. Macht aber in dem Fall nichts! (Der Song Rio ist mittlerweile leider nicht mehr verfügbar, dafür hab ich den Album Track „NICKEL“, der kostenlos auf Soundcloud runter geladen werden kann!)

3. Mittlerweile schon „Veteranen“ der amerikanischen Alternative Rock Szene sind Jimmy Eat World. Im Juni wird ihr mittlerweile 8. Studio Album „Damage“ erscheinen und von daher kann man noch keinen kompletten Eindruck gewinnen. Das kann man allerdings von der Vorab Single „I will steal you back“ sehr wohl. Klar, straight, hymnischer Refrain. Also alles was der Fan gewohnt ist und mögen wird!

4. Im „verflixten“ 13. Jahr des Bestehens sind die amerikanischen Indie Art Rocker von den Yeah Yeah Yeahs. Allerdings muss man sich nicht wirklich große Sorgen um die Band machen, schließlich ist die Fangemeinde gerade in den letzten Jahren nochmal stetig gewachsen. Und nicht ganz zu vergessen wäre da die Tatsache dass seit 3 wochen ihr 5. Album „Mosquito“ auf dem Markt ist. Und das anfangs fast psychedelische „Sacrilege“ entwickelt nach einer Weile einen fesselnden Groove, der dann zum Ende sogar mit großem choralen Finale aufwartet.

5. Eine neue Band erfreut die englische Indie Szene seit ein paar Monaten mit cleveren, verspeilten Melodien und Songs. Die Band nennt sich „Swim Deep“ und wird im Juli 2013 ihr 1. Studioalbum „Where the Heaven are we“ in die Läden bringen. Und den ersten Single Auskopplungen zufolge, die schon in meiner „Juke Box“ laufen, werde ich das Album auch kaufen. Bis dahin hilft mir das wunderbar leicht verträumte „She changed the Weather„, dass auch erst seit  dieser Woche erstmalig zu hören ist!

6. Über Mark Hollis könnte ich jezt endlos viel erzählen. Es ist auch schon sehr viel sagenumwobenes über ihn geschrieben worden. Und das, obwohl er in den letzten 20 Jahren „gefühlte“ 3 Interviews gegeben hat. Sogar gänzlich vom Musik Geschäft zurück gezogen hat er sich Anfang 2000. Sein letztes musikalisches Lebenszeichen ist das selbst betitelte Album „Mark Hollis“ von 1998, auf dem er Solo den vorher eingeschlagenen Weg von Talk Talk fortschreibt. Man nennt diese Art neudeutsch Post-Rock, in dem klassische und jazzige Einflüsse den Nährboden liefern auf dem sich Hollis sein kommerzielles Schneckenhaus gebaut hat, dessen Werk aber heute umso mehr Bewunderung und Genie-Status zuteil wird. The Colour of Spring war nicht nur ein Talk Talk Album Titel, sondern auch der Titel des Tracks, der hier vorsichtig mit Elektro Beats überlagert wird, aber dessen minimalistische, akustische Basis erhalten und spürbar bleibt!

7. Ein Song der etwa auch Mitte der 90er Jahre entstanden, aber ein kompletter akustischer Stilbruch ist, kommt vom Sound Projekt „TV Mania“ und heißt hier „Beautiful Clothes“ vom gerade erschienenen Album „Bored With Prozac and The Internet?„. Hinter TV Mania stecken Duran Duran Mastermind Nick Rhodes und Ex-Duran Duran Gitarrist Warren Cuccurullo, die es nach fast 20 Jahren geschafft haben, die Sample-Demos und Sound-Fetzen aus dem Tresor zu holen, in surreale elektronsiche Alternative Rock Klangkörper zu gießen und ins Jahr 2013 zu transformieren! Da beide ja keine Sänger sind, haben sie zumindest hier weitestgehend gleich ganz auf Gesang verzichtet. Das an sich macht Sinn, während zumindest dieser Track etwas Zeit braucht um sich zu gewöhnen.

8. Das letzte Album, an dem Rhodes und Cuccurullo noch gemeinsam arbeiteten, war das 2000er „Pop Trash„, das Duran Duran musikalisch etwas in die Indie / Alternative Rock Ecke geschoben hatte. Von den Kritikern gab´s Lob, aber der künstlerische Weg der Band war in der Sackgasse – folglich blieb nur die Reunion mit den Gründungsmitgliedern, die auch zum Triumphzug wurde. Dummerweise musste Warren Cuccurullo dafür weichen, aber sein musikalischer Einfluss ist auch auf „Playing with Uranium“ mehr als deutlich!

9. „Julian Plenti is…Skyscraper!“ So heißt der 2009er Solo Erstling von Julian Plenti. Aber nebenbei ist Julian Plenti auch noch Paul Banks. Und Paul Banks arbeitet hauptberuflich als Sänger der amerikanischen Alternative Rock Helden von Interpol! Alles klar bis hierhin? Besonders heraus sticht die sehr in den Vordergrund geschobene, kantige Gitarren Arbeit, die fast alle Songs des Albums melodisch trägt und eine kühle markante Art-Rock Note verleiht. Dazu noch Julian Plentis, alias Paul Banks Hang zur großen theatralischen Melancholie und „Fly as you might“ fesselt!

10. Die Queen ist wieder da! Die Queen und ihre Machine! Gemeint ist natürlich Florence Welch und ihre Band, die nach dem Titelsong zum Hollywood Blockbuster „Snow White and the Huntsman“ nun auch für ein grandioses akustisches Ausrufezeichen eines weiteren Hollywood Films gesorgt hat, bzw. es sicher noch sorgen wird. „The great Gatsby“ mit Leonardo DiCaprio kommt demnächst in die hiesigen Kinos und spielt in den opulenten, swingenden 1920ern. Im Gepäck hat der Film allerdings einen Soundtrack, der erlesener kaum sein könnte, zumindest von den Namen! In ihrem Beitrag „Over the Love“ zeigt sie eindrucksvoll und fast herzzerreißend beseelt, warum sie derzeit in aller Gehörgang ist…denn sie ist ja die Indie / Art Pop Queen. Völlig zurecht, und: Großes Kino, kann ich da nur sagen!

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