Soundcheck (Vol. 11)

1. Die britischen Indie/Post Punk Rocker von Arctic Monkeys sind ja wie schon mal erwähnt bekannt für ausgefallene, ironische Songtitel. Das hat sich auch auf ihrem nunmehr 5. Studio Album „AM“ auch nicht sonderlich geändert, außer dass sich davon immer mehr Menschen weltweit überzeugen und begeistern können – und das völlig zurecht! Fans und Kritiker feiern den speziellen, manchemal schrägen Stil der Band geradezu ab! „Stop the World I Wanna Get Off with You“ ist nur ein Bonus Track der Deluxe Version, aber ein gutes Beispiel wie spielerisch Sänger Alex Turner Indie und Mainstream verschmilzt ohne sich anzubiedern.

2. Etwas verwundert, um nicht zu sagen entsetzt, waren manche als Pearl Jam die 2. Vorab Single aus dem in 2 Wochen erscheineneden Album „Lightning Bolt“ ins Netz stellten. „Sirens“ heißt das gute Stück. Und wer den 1 Single Kracher „Mind your Manners“ noch als dankbare Rückkehr zum rauen, ungeschliffenen Alternative Rock gefeiert hatte, der wird hier dann doch genauso hart in den schmelzigen Lehnstuhl zurück gebremst. Es erinnert ein bisschen an den folkigen Ausflug von Eddie Vedder beim „Into the Wild“ Soundtrack, aber dann doch hier mit dem Versuch ne Folk Rock Ballade zu basteln. Etwas zwiespältig!

3. Die neuseeländische Indie/Alternative Popper The Naked and Famous haben gerade mit „In rolling Waves“ ein grandioses Nachfolgealbum  abgeliefert, dass besonders in Amerika gerade durch die Decke geht und in Europa in der Indie Szene gut ankommt. Hatte es ja schon als CD der Woche angesprochen, aber hier noch mal den leicht psychedelischen Retro Remix von „A Wolf In Geek’s Clothing“ vom Vorgänger „Passive Me, Aggressive You“ raus gekramt, der herrlich nach „Sympathies for the Devil“ klingt.

4. Mittlerweile gewohnt „gemäßigt“ klingen dagegen The Killers mit ihrem Jubiläums Album Songbeitrag „Shot at Night„. Böse Zungen würden sich sogar dazu hinreißen lassen zu sagen gefällig oder beliebig sei die Band geworden. Ja, die Band um Brandon Flowers wird 10 Jahr alt. Dementsprechend haben sie sich nun auch nachvollziehbar dafür entschieden im November eine HIT Compilation herauszubringen. Ich kann die Kritiker etwas verstehen, dass viel von dem europäischen Indie Rock Sound zugunsten einem breiten, poppigen Radio Sound gewichen ist. Aber am Ende muss man der Band bescheinigen, dass sie stilsicher immer wieder Hits landen, ihre Alben nach wie vor millionenfach verkauft werden und ein Best of The Killers absolut seinen Namen verdient!

5. Genau wie Lokalhelden von The Killers stammen Imagine Drangons aus dem Spieler Paradies Las Vegas, deren Musikalischer Werdegang sich aber im Vergleich dazu mehr als bescheiden liest. Zu Buche steht 1 Longplayer, „Night Visions„, aus dem Jahr 2012. Dieser aber war ein internationaler Kracher. Begünstigt wurde der Erfolg des Albums natürlich auch durch die Hit Single „Radioactive“, die als musikalisches Zugpferd für gleich mehrere namahfte Videospiele und auch auf Soundtracks zu finden war. Die immer noch aktuelle Single „Demons“ ist zwar schon länger auf dem Markt, aber natürlich auch jetzt noch hörenswert.

6. Stars der Indie Folk Szene sind Bon Iver mit ihren Sänger Justin Vernon um die es gerade „düstere“ Wolken gibt, da Mastermind Vernon angedeutet hat, dass wohl eine Pause bevorsteht, deren Ende er nicht so recht prognostizieren kann/will. Nichts desto trotz haben sie es sich nehmen lassen, dem Wunsch Peter Gabriels nachzukommen, einen Song für sein Konzept Cover Album „And I´ll scratch yours“ beizusteuern. Vorausgegangen war vor 3 Jahren eine Bon Iver Cover Version Gabriels, bei dem er dessen Song „Flume“ für sein Album „Scratch my Back“ neu interpretierte. Etwas verwirrend und zusammenhanglos wirkt „And I´ll scratch yours“ schon, da einerseits das ambitionierte Konzept natürlich spannenend und neuartig ist, aber durch die sehr unterschiedlichen Interpretationen Gabriels Klassiker muss man sich tatsächlich jeden Song einzeln vornehmen. Sehr fordern die Angelegenheit. „Come talk to me“ vom Original Album „US“ folkt mit seinem Banjo, Streichern und choralem Duett jedenfalls ganz gefällig voran.

7. Sehr erfreut war ich als ich letzte Woche erfahren habe, dass die 80er Helden von Prefab Sprout nächste Woche ein neues Album raus bringen. „Crimson/Red“ wird es heißen! Vielen ist der Name nicht, oder nicht mehr geläufig, aber damals in den 80ern gehörte Mastermind Paddy McAloon, zu den unterbewerteten Songwritern der damaligen Gegenwart. Zwar hatte er mit seiner Band einige beträchtliche Hits in Europa und Amerika, allerdings der große Durchbruch gelang nie…leider! Merkmal waren und sind seine Konzept Alben und seine Fähigkeit Ironie und teilweise beißende Kritik in wunderbare, intelligente Pop Klangperlen zu verpacken. Auch „The Songs of Danny Galway“ sind bei genauerer Betrachtung mehr als Nettigkleiten.

8. Die britischen Post/Punk Rocker „White Lies“ haben gerade recht erfolgreich ihr 3. album „Big TV“ an den Start gebracht und klingen darauf wie die späten The Smiths oder Joy Division mit ihrem kühlen, wavigen Sound und melodramatischen, distanzierten Gesang, der ein bisschen an Morrissey erinnert. „There goes our Love again“ ist ein Paradebeispiel, allerdings ohne dabei wie die besagten Leitbilder sozialkritisch oder politisch zu sein.

9. Nach 10 Jahren hat sich auch Sting mal wieder Zeit genommen, um dem geneigten Fan neue Musik anzubieten. Ganz so selbstlos ist die Geste natürlich nicht, da er 2014 erstmals am Broadway Teil eines Theater Stücks sein wird, das ebenso „The Last Ship“ heißen wird. Sting erzählt hier aus seiner Kindheit und Jugend, die er mit seinem Vater, dem Schiffsbau, der See und den Entbehrungen der Zeit verbracht hat. Anders aber als auf dem Album „The Soul Cages“ von 1991, bei dem es mehr um den Tod und dem Verarbeiten ging, ist Sting hier entspannter und lässt mehr Raum für Mythen der Seefahrt. Musikalisch wird es allerdings, ähnlich wie beim „If on a Winter´s Night“ Album sehr folkig, Irish Folk mit Fiddle und shantyhaftes aus dem Folk Club Nordenglands. Eine sicher gewollte Brücke zum Soul Cages Album schlägt er mit seinen musikalischen und textlichen Anspielungen (Soul Cages, The Wild Wild See) besonders auf „Language of Birds„.

10. Keane haben zwar letztes Jahr ein neues Album herausgebracht, aber lassen es sich ähnlich wie The Killers nicht nehmen ebenfalls eine Retrospektive folgen zu lassen. Bei ihnen heißt das dann sinnig „The Best of Keane„. Und weil das heute ja nicht mehr Anreiz genug ist, haben sie natürlich verkaufsfördernd neues Teaser Material dazu gepackt. Ob es für Höhenflüge reicht, weiß ich nicht, aber „Higher than the Sun“ klingt jetzt musikalisch nicht übermäßig neuartig und beflügelnd, aber Fans vom Keanes „Schmuse“ Indie Pop werden sich freuen.

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