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Soundcheck (Vol. 12)

1. Die kanadische Indie Rock / Post Punk Band „Rituals“ haben sich 2012 gegründet und schnell in der heimischen und US amerikanischen Indie Szene Anklang gefunden. Sicherlich auch dadurch begünstigt, dass sie quasi im Fahrwasser der hierzulande mehr als nur noch ein Geheimtip geltenden und ebenfalls aus Kanada stammenden Band Austra durch die Szene in größere Bekanntheitsgrade gesegelt sind. Der darkwavige Rock Track ‚Mesmerized‚ ist gleichermaßen Titeltrack der gleichnamigen EP, die im Frühjahr erschienen ist.

2. Aus dem sonnigen Californien kommt die letztes Jahr erst gegründete Band „Youngblood Hawke“ (benannt nach einer gleichnamigen Novelle), die gleich mit ihrem ersten Longplayer „Wake ‚Up“ in den ameikanischen Charts beachtlichen Erfolg verbuchen konnten. In ihrem elektropoppigen Song „Danny Boy“ beschwören sie offensichtliche nicht nur einen gewissen Danny, sich mehr anzustrengen, um etwas zu erreichen – sie haben offensichtlich auch ne Menge Menschen zum tanzen animiert. Also „wake up and listen…“

3. Letzten Monat habe ich ja mit Freude die neue lang ersehnte CD der 80ies Pop Helden Prefab Sprout hier besprochen. Kurz darauf habe ich beim Stöbern den wunderbar verträumten Pop Song „We are in Love“ des ebenfalls kalifornischen Duos „Cider Sky“ entdeckt. Warum sage ich das? Natürlich, weil so ziemlich alles an dem Song an Paddy McAloon und seine auch oft verträumten aber wunderbaren Pop Melodien erinnert. So ein bisschen Prefab Sprout reloaded? Und dazu noch die zartschmelzige Stimme von Simon Wilcox, der ursprünglich aus Kanada stammt und in der „Filmmusikszene“ mittlerweile einen recht großen Namen hat. Unter anderem hat er auch an Songs des „Twilight-Saga“ Soundtracks mitgearbeitet….die ich natürlich NIE gesehen habe!!!

4. Wieder ein Schlenker zurück nach Norden, bzw Kanada. Von dort kommt das 2011 gegründete Indie Rock Trio Beliefs. Genau genommen beschreibt die Band ihre Musik aber als „Alternativer DreamPop“ ! Nun gut, kann sich ja jeder zurechthören! Jedenfalls gibt es seit dem März das gleichenamige Album „Beliefs“ und die sphärisch aber lässige gitarrenpoppige Single „Violets“ lässt durchaus was Verträumtes zu. Auch wenn es britisch, erdig klingt…aber das muss ja nicht schlecht sein!

5. Definitiv verträumt und sogar noch tiefenentspannt und gechillt kommt „Stay with us“ daher, von der recht neuen Ambient Pop Formation Seoul, die selbstverständlich aus Montreal stammt – das verrät der Name ja schon! So neu, dass sich auch noch nichts hintergründiges sagen lässt. Ebenso spärlich sind die Infos der Band. Bekannt ist aber seit kurzer Zeit, dass sie an einem Album arbeiten, das genauso mysteriös „I Became A Shade“ heißen soll. Selbstverständlich ist nicht klar, wann das veröffentlicht wird!

6. Zu POLIÇA muss ich ja an dieser Stelle fast nichts mehr sagen, das hab ich ja aktuell mehrfach und letztes Jahr schon ausgiebig. Ich tu es aber doch und gerne. Für mich einer DER Entdeckungen der letzten Jahre. Die Band um Sängerin Channy Leaneagh, die innerhalb von 3 Jahren, intensivem Konzerte und Gigs absolvieren, vor ein paar Wochen ihr 2. Album „Shulamith“ rausgebracht haben. Ein großartiges Album, das hier bei mir zurecht ‚CD der Woche“ war und nach wie vor noch längst nicht „kalt“ geworden ist. Dafür steht stellvertretend das rasante „Chain my Name„.

7. Nicht ganz unbekannt ist auch eine gewisse Band namens Pearl Jam aus Seattle. Diese hat ebenfalls im Oktober ihr nunmehr 10. Album rausgebracht mit dem natürlich „reißerischen“ Titel „Lightning Bolt„. Reißerisch deswegen, weil es im positiven Sinne Energie und Kraft suggeriert. Und weil die Jungs um Eddie Vedder clever sind, haben sie als Vorab Single den Starkstrom Track „Mind your Manners“ ins Rennen geschickt. Da wusste ich ja noch nicht, dass dieser Song schon das energetische Epi Zentrum des Albums ist. Insgesamt bleiben musikalisch Fragen offen und es ist längst nicht so homogen und konsequent durchdacht wie der großartige Vorgänger „Backspacer„. Natürlich hat das Album aber auch einige Highlights, zu denen ich das für die Band atypische und dunkle „Pendulum“ zähle. [Auf Soundcloud leider nur als 1:30 min. Sample vorhanden; deswegen habe ich H I E R den Vimeo Video Link ]

8. Der amerikanische Singer/Songwiriter Joseph Arthur ist mir erstmalig vor ein paar Jahren aufgefallen. Und zwar auf dem Album „Big Blue Ball“ aus dem Musik Verlags-Hause RealWorld, dessen Big Boss Peter Gabriel ist. Das Album ist so eine Art ‚Best of Jam Sessions‘, zu denen Gabriel immer mal wieder eine illustre Gruppe von befreundeten Musikern aus aller Herren Länder einlädt und auf seinem ganzen Studio Komplex seines grafschaftlichen Geländes frei und zwanglos musizieren lässt. Dort also ist mir Joseph Arthur, der seinerseits auf Gabriels Label fleißig Albem aufnimmt und es bereits zu einer Grammy Nominierung gebracht hatte, als markanter Teil aufgefallen und bin neulich über seine neue wunderbar bunte folk-rockige CD „The Ballad of Boogie Christ“ quasi gestolpert. Gott sei Dank! Denn allein der Song „Saint of simple Causes“ macht Lust auf mehr davon.

9. Das neue Album „Reflektor“ der Indie Über-Band Arcade Fire um ihren Sänger und Hünen Win Butler musste ich mir tatsächlich 2-3 Mal anhören, um aus der anfänglichen Verwirrung über die „Reizüberflutung“ raus zu kommen. Das habe ich ja letzte Woche in meinem ‚CD der Woche‘ Review schon angesprochen. Denn wenn es bei aller stilistischen Spielerei und Konzept Gedanken nur um Songs wie das elektro/dancelastige „Afterlife“ ginge, dann hätten sie sicher keine Stirnfalten bei den Fans wie mir geerntet. Aber hey, am Ende funktioniert das Album als Einheit ja ganz ordentlich. Und niemand sagt, dass Anspruch verboten ist!

10. Beschließen möchte ich diesen Soundcheck aus aktuellem persönlichen Anlass. Am Sonntag kam die Nachricht, dass Lou Reed offensichtlich an den (Nach-) Folgen einer Leber Operation aus dem April verstorben ist. Lou war einer der ersten Musiker, denen ich mich musikalisch sehr verbunden fühlte. Ein Held meiner Jugend quasi. Und wie das diese Woche sehr eindrücklich wahrzunehmen war, ging es millionen Menschen weltweit genau so. Bewegend wie Wegbegleiter, Fans und Freunde öffentlich Abschied genommen und einen großen Musiker und Idol „verabschiedet“ haben! Ich könnte noch seitenweise schreiben, aber ich lasse ihn lieber nochmal sprechen, bzw singen. Hier mit seinem Velvet Underground Bandkollegen John Cale, mit dem er sich 1990 mal wieder versöhnte und sie ihrerseits zu Ehren ihres Idols und Förderers Andy Warhol, die sehr intime und persönliche Tribut CD „Songs for Drella“ aufgenommen hatten. Und bei dem nun folgenden Song zeigte Lou Reed wieder mal, was ihn als Sänger und Songwriter geprägt und ausgemacht hatte; seine Art bitterböse Kritik und Spott in wunderbare „kleine“ Songs zu übertragen. Das konnte kaum jemand besser…“Nobody but you“ !

Für LOU REED [02. März 1942 – 27. Oktober 2013]

e.

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