Soundcheck (Vol. 27)

1. Im Vorfeld ihres 2014er Albums “Rivers that run for a Sea that is gone” hatte das dänische Psychedelic/Indie Rock Duo Reptile Youth Zeit gehabt für ein Kennzeichen E Artist Feature und Sänger Mads Kristiansen hat mir dafür ein paar musikalische Einblicke gegeben. Danach haben sich die beiden dann wieder um das gekümmert, was sie nachweislich am besten können: Energetische Live-Konzerte! Trotzdem haben sie es rund ein Jahr danach geschafft neue Musik zu produzieren. „Away“ wird dann im Juni das Ergebnis in Form einer neuen EP heißen und so auch der Titeltrack, der ein fast monolithisches treibendes Beat-Gebilde unter den wie gewohnt eigenwilligen Gesang legt. Trotzdem möchte man alles andere als „Away“ rennen.

2. Nach einiger Wartezeit und entsprechend langer Produktionszeit hat es die australische Alternative Rock/Post-Punk Band Service Bells nun auch endlich geschafft ein Debut Werk an den Start zu bringen. Aufgefallen waren sie mir ja als Teil der sog. „Contributer“ für das letztjährige grandiose Tribute Album „Making Patterns Rhyme“ für das sie den Duran Duran Frühzeit Klassiker ‚Anyone out there“ neu interpretiert hatten. Die neu erschienene eigene EP heißt ganz schlicht „Service Bells EP“ und beinhaltet 6 Tracks, von denen sie den ‚Undertaker‘ bereits vorab ins Rennen geschickt hatten. Zu Grabe getragen hat er die EP allerdings nicht, sondern vielmehr Lust auf mehr gemacht. So auch mein Favorit ‚Hit your Head‘ bei dem neben psychedelischen Electronica Einschüben Sänger Frazer Harvey den Sound doch schon andeutungsweise in Richtung Interpol schiebt, auch wenn der Vergleich nur bedingt als gedankliche Referenz dient.

3. Ganz neu auf der musikalischen Bildfläche ist die erst 19-jährige Britin Sabella. Sie hat letzten Monat ihre Debut Single ‚Loving like this‘ veröffentlicht und durchaus wohlwollend gute Zuwendung von der Fachpresse erhalten. Und natürlich wäre sie nicht hier im Soundcheck wenn mir ihre Mischung aus Urban Soul und loungiger Electro Pop nicht auch mir durchaus gefallen würde. Sie erinnert stilistisch etwas an ihre Kollegin Banks. Ein Album oder EP gibt es selbstverständlich noch nicht zu vermelden, aber ich wird das natürlich im Auge behalten.

4. Nicht mehr ganz so jung und auch nicht mehr ganz so neu im Geschäft ist Singer/Songwriter Jonathan Jeremiah, der schon seit 5 Jahren professionell Musik macht und 2011 auch schon ein komplettes Studio Album veröffentlicht hat. Aktuell besingt er auf dem neuen sehr persönlichen und emotionalen Album „Oh Desire“ das ‚Wildfire‘, das trotz seiner britischen Wurzeln so herrlich ein melancholisches Gefühl amerikanischer Weite auf eine schwungvolle Folk-rockige Art ausdrückt. Sicher auch bedingt dadurch dass er schon früh die Musik von Cat Stevens und Scott Walker verinnerlicht hatte und eine Zeit lang auch in den USA gelebt hat.

5. Wer wie Sängerin Jennifer Pearl ihre Band Vum nennt und den musikalischen Stil mit pop-noir, dreamwave, psych umschreibt, der hat natürliche allemal Berechtigung sein neues Album „Cryptocristalline“ zu nennen. Klingt „spacig“? Ist es wohl auch. Und natürlich sucht man im ersten Moment vergeblich den Bezug zu den sog. „mikroskopisch, kleinen Partikeln, den kryptokristallinen“. Entspricht aber der Realität. Das fleißig Musik produzierende US Trio Vum auf jeden Fall ist mir ebenfalls seit ihrem Beitrag zum Duran Duran Tribute Album ein Begriff, bei dem sie den ohnehin schon kühlen, elegischen Track „Winter marches on“ von 1986 nochmal eine Spur düsterer interpretiert haben. Und genau in diesem klanglichen Geiste schicken sie nun eine gewisse ‚Katrine‘ auf die Reise. Sperrig, un-kalifornisch aber spannend.

6. Der immer noch etwas schüchtern wirkende, englische Spezialist für GROSS-balladige, warme Folk-Pop Songs namens David Rhodes, alias Rhodes ist ja nun seit knapp 2 Jahren gern gesehener und gern gehörter Lieferant für Soundcheck Tracks. Man mag es ja immer noch nicht so recht glauben, dass er erst seit 2 Jahren Überwindung zum Singen gefunden hat. Und nach dem er eine Reihe von Einzel-Songs und EP´ s veröffentlicht hat, gibt es nun gute Nachrichten. Er wird etwa im September sein 1. komplettes Studio Album heraus bringen. Es wird „Wishes“ heißen und als ersten Vorboten gibt es jetzt schon das flehend-schmachtende ‚Close your Eyes‘. Wer will da widersprechen?

7.Prime Loops“ sind ein Produkt der gleichnamigen englischen Musik Produktions-Firma, die sich darauf spezialisiert hat, sog. Musik „Schnipsel“ (Samples, Loops, Beats, Patterns etc.) für den kommerziellen (Soundtracks, Software etc.), aber auch freien Gebrauch zu produzieren. Verwendung finden diese vornehmlich im Bereich der elektronischen Dance Musik (EDM), Techno, Trance und Deep-House Music. US Musiker und Sound-Designer Josh Money, der u.a. diese Genres abdeckt, hat nun für Prime Loops eine recht große Kollektion an Samples für den professionellen Musik Software Einsatz produziert und aus einigen dieser Schnipsel einen sehr gelungenen Promotion Track erstellt. ‚Raw Electronica‘ heißt das gute Stück und den kann man sich gut auch im Club vorstellen.

8. The Killers machen Pause. Gelegenheit für Sänger Brandon Flowers nach seinem 2010er Solo Erstling „Flamingo“ an neuen Songs zu arbeiten. Und genau das hat er getan und in 2 Wochen wird der Nachfolger „The Desired Effect“ erscheinen. Darüber hinaus hat er bereits 4 Songs daraus vorab veröffentlicht, die bislang recht wohlwollend aufgenommen worden. Das Album verspricht sehr abwechslungsreich zu werden, wenn aber durchaus seine Vorliebe für 80er Jahre Pop unverkennbar bleibt. Sicherlich das beste Beispiel liefert er mit dem neuen Song ‚I can Change‘, bei dem er sogar Samples einer der markantesten 80er Jahre Pop Songs eingearbeitet hat: nämlich den „Smalltown Boy“ von Bronski Beat! Und Brandon Flowers wäre nicht Brandon Flowers, wenn er sich nicht inhaltlich was dabei denken würde…

9. Auch nur noch 3 Wochen muss man als Fan von Florence + the Machine warten, bis Album Nr. 3 mit dem Titel „How Big, How Blue, How Beautiful“ erscheint. Sicher, klingt als Album Titel etwas verträumt, aber die Songs, die sie bereits als Vorgeschmack hat erklingen lassen, klingen tatsächlich wieder groß und teilweise wieder wunderbar. Bei „Blue“ bin ich mir noch nicht abschließend sicher – werde ich aber im Juni dann rausfinden. Heute hab ich einen ganz neuen Track rausgesucht, der zwar Teil des Albums ist, aber nur als Bonus-Track der limitierten Vinyl-Box erhältlich sein wird. Der Song heißt ‚As far as I could get‘ und ist durchaus reduzierter als die bisherigen Tracks. Hauptsächlich Drum & wabernde Bass Beats und sphärischer elektronischer Klangteppich getragen von Florences´ Stimme. „Haunting“!

10. Nahtlos daran anknüpfend ist der Instrumental Track von Fin Greenall, kurz Fink, den Fans und Kenner natürlich schon von seinem 2014er Album „Hard Believer“ kennen. Der Song heißt „White Flag“ und ist hier der 2. Track seiner neuen EP „Horizontalism“. Mittlerweile ist Horizontalism nun auch schon die insgesamt 4. EP, die sich mit Songs von „Hard Believer„ beschäftigt. Sei es als Live Version, oder als Remix Varianten, so wie es hier der Fall ist. Da nennt sich dieser Remix typisch für einen Neu-Wahl-Berliner „Nachteule143“ im Untertitel. Muss allerdings ein spaciger Nachtschwarm gewesen sein, wenn man die futuristischen Ambient/Electro Sequenzen weiter denkt, die er hier verwendet hat. Die EP erscheint dann am 18. Mai.

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