Soundcheck (Vol. 34)

1. Das US Quartett Brolly hab ich vor einiger Zeit hier schon einmal vorgestellt, da sie mir per akustischen Zufall über den Weg gelaufen waren. Ihre EP Wolfe, die schon aus dem Jahre 2014 ist, mit seinen Ambient Dream Indie Pop hat mich sofort positiv „gepackt“, allerdings bin ich fälschlicherweise davon ausgegangen, dass sie den „Betrieb“ dicht gemacht hätten. Keine Ahnung woraus ich das abgeleitet hatte, jedenfalls waren sie wohl lediglich auf Tour und deswegen „ruhiger“. Jetzt hab ich jedenfalls wieder ein Lebenszeichen bekommen; und zwar ein himmlisches – im wahrsten Sinne des Wortes. Die neue Single ‚I need Heaven‘, die seit Ende Oktober zu hören ist, ist ein Parade Beispiel für leichten, melodischen Dream Pop. Himmlisch eben!

2. Auch Chet Faker und sein neuer Buddy Marcus Marr waren hier letzten Monat im Soundcheck (Vol. 33) zu Gast. Da habe ich die beiden noch vor ihrer ersten „Work EP“ vorgestellt. Das hat sich mittlerweile geändert, da die 4 Track EP nun draußen ist und es einen weiteren Song daraus gibt. Und auch dieser zeigt wie harmonisch die beiden „Musik Nerds“ harmonieren und wie gut die Arbeit funktionieren kann, wenn man nicht Wochenlang am Reißbrett tüftelt, sondern einfach im Studio macht was man am besten kann. Indie/Electro Dance Pop mit der markanten Stimme von Chet Faker. Herzlichen Glückwunsch zur ‚Birthday Card‘.

3. Das Trio von The Wild Woods, den Geschwistern Chloe & Noah Pinkman und Noah Gose, sind keine visuelle Band, wie ich festgestellt habe. Jedenfalls scheinen sie nicht sehr viel Wert auf persönliche Sichtbarkeit zu legen. Obwohl sie schon seit 2012 Musik machen und als Indie Band natürlich auch in Zeiten von Social Media und Selbstvermarktung Teil des Prozesses sind. Nichts desto trotz suchen sie sich ihre Fans und finden sie zumeist auch. So wie mich, der ja auch über den Song Meridian Line gestolpert ist, den sie kürzlich raus brachten. Nun haben die 3 mich diese Woche angesprochen und mir den kalten Krieg angedeutet. Also musikalisch natürlich, denn die neue Single heißt ‘Cold War‘ und ist auch kein Weltuntergangs-Szenario, sondern einfach nur groß angelegter, cleverer Electronica Pop.

4. Monica Birkenes aka Mr Little Jeans hatte ja Anfang 2014 einen Überraschungs-Erfolg mit ihrem Album Pocketknife und der dazu gehörigen Single ‚Good Mistake‘, die besonders in den US Clubs durch die Decke ging. Seither tourt sie, spielt auf Festivals und kleinen Gigs. Im September kam dann ein neue Single raus und nun sogar ne 2. mit dem Titel ‚Fool 4 You‘. Die schwer Synthie getriebene Electro-Pop Ballade hätte zwar stilistisch auch auf dem besagten 2014er Album ihre Berechtigung gefunden, aber wird hoffentlich (vielleicht) n Vorbote auf ein neues Album 2016.

5. Das neue Album vom US Rock Duo Panic! At the Disco wird ganz uncharmant „Death of a Bachelor“ heißen und Mitte Januar 2016 erscheinen. Wobei ich immer n bisschen unsicher bin über die stilistische Selbstbeschreibung der beiden. Denn allein die 3 Tracks, die es bislang als Teaser für das neue Album gibt, sind sicherlich im weitesten Sinne Alternative Rock, aber eben auch gepaart mit reichlich Elektronik und ner gehörigen Portion Ironie, die dann doch allesamt eher wie nicht ganz ernst gemeinter Indie-Pop rüber kommen. Da macht dann das mehrdeutige ‚LA Devotee‘ auch keinen Unterschied.

6. Sicher ernster gemeint ist der Alternative Rock „Wachmacher“ ‚Awaken‘ vom US Duo The Wretched Desert. Ernst sicher auch deshalb, weil der Song tatsächlich im Wohnzimmer von Zach Lind entstanden ist, nachdem er hauptberuflich als Drummer der Alt Rocker von Jimmy Eat World von der Tour nach Hause gekommen ist und erst mal die Wohnung „umgestaltet“ hat, da er fand, dass ausgerechnet seine Drums in dem Raum besonders gut klingen. Und so ist nun schon auf diese Art die 2. EP „Dead Reckoning“ entstanden. Ach, und wer sich fragt, wie seine Ehefrau Holly das „Chaos“ zu Hause erträgt: sie ist sinnvollerweise die Sängerin!

7. Und noch ein Duo hab ich heute im Angebot; und das kommt auch aus den USA, könnte aber auch mit ihrem kühlen, Soul Pop aus dem Herzen Londons kommen. Zumindest klingen Fly Moon Royalty mit ihrem neuen Track ‚Oblivious‘ wieder sehr großstädtisch und mit ihrem leicht Retro angehauchten Stil als Kontrast zu den gewohnten US Soul klängen. Das neue Album „Delicious Trouble“, für das sie aktuell noch Crowdfunding Geld sammeln, kommt dann sicher im Frühjahr 2016 in die „Läden“.

8. Auch the one and only Yoko Ono hatte ich im November Soundcheck. Dort habe ich ihren „J-poppigen“ von Death Cab for Cutie neu ge-remixt-en Track ‚Forgive me my Love‘ vorgestellt. Das ist der 1. Track ihres vom Manimal Label kuratierten „Rework / Remix“ Albums „Yes, I´m a Witch too“, das im Februar 2016 erscheint. Der 2. Vorbote heißt nun ‚Soul got out of the Box‘ und klingt komplett anders. Nicht nur weil er vom Alternative Rock Quartett Portugal. The Man bearbeitet wurde, sondern auch weil er sehr clever die folkigen, Singer-Songwriter Ursprünge mit Electronic Einschüben und Klangflächen verwebt und so die Dame mit einer Prise neuzeitlicher Relevanz quasi aus der Box holt.

9. Aus Australien kommt ja bekanntlich Lenka Kripac. Bekannt ist sie spätestens seit 2011 nicht mehr nur bei Technik Fans, seit sie durch einen Microsoft TV Spot mit ihrem Song ‚Everything at Once‘ nicht nur Deutschland erfolgreich war. Mittlerweile hat sie dieses Jahr schon ihr 4. Album „The Bright Side“ veröffentlicht, das hierzulande recht positiv aufgenommen wurde. Sicherlich deswegen hat sie während ihrer Live Tour durch Deutschland einen der bekannten Song des deutschen Indie-Pop Duos Milky Chance gespielt, nämlich den ‚Stolen Dance‘, den sie hier schwungvoll und mit sanfter Live Atmosphäre nun auch den Fans als Einzel Track zu Gehör bringt. Nette Geste und ein Kompliment für die beiden Hessen.

10. Ähnliche Motive hatte sicher auch der Brite Fin Greenall alias Fink, der ja mittlerweile seinen festen 2. Wohnsitz in Berlin hat und seit seinem 2014er Erfolgs Album „Hard Believer“ unentwegt auf Tour ist, mittlerweile eine Handvoll EP´s und Remix EP´s daraus abgekoppelt hat und nun zum Ende der Tour sogar eine Dokumentation für die Fans raus bringt. Und weil alles so überwältigend erfolgreich war, gibt´s nun auch noch einen Live Track als Sahne Haube. Der folkige Song ‚Truth Begins‘, der auf dem Album von Acoustic Gitarre getragen wurde, wird hier vom Konzert in Amsterdam diesen Jahres mit Piano zu einer grandiosen Live Version veredelt und beweist einmal mehr warum er sich mittlerweile eine weltweite Fan Gemeinde erspielt hat.

Twitter: yoko ono // the wretched desert // lenka // fly moon royalty // fink // panic! at the disco // marcus marr & chet faker // mr little jeans // brolly // the wild woods // kennzeichen_e

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