Soundcheck (Vol. 36)

1. Der New Yorker Sänger/Songwriter, Produzent Don DiLego ist manch einem ja bekannt als die männliche Hälfte des Electro-Pop Duos Beautiful Small Machines. An der Seite der ebenfalls Now Yorker Sängerin Bree Sharp bringt er in unregelmäßigen Abständen Alben heraus. Zuletzt war das 2014 mit dem Album „The DJ stayed Home“. Gemeinsam haben sie sich auch eine kleine aber feine Now Yorker Fanbase aufgebaut und touren dort immer wieder durch die vielen zahllosen Music Clubs. Allerdings ist Don DiLego nicht nur Label Betreiber, bei dem die BSM Alben erscheinen, sondern eben auch n richtig guter Sänger und Songwriter und in den letzten Wochen hat er eine EP mit dem Titel „Drive like Pirates“ veröffentlicht und auf dieser ist der Song mit dem sinnigen Titel ‚Different Man‘.

2. Vor mittlerweile 4 Jahren, also 2012 erschien das bislang letzte Album This Machine der aus Portland stammende Alternative Rock/ Post Punk Quartetts The Dandy Warhols. Das war nur mittel-erfolgreich, obwohl es kein schlechtes war. In den letzten Jahren haben sie gefühlt mehr auf Konzerten als zuhause verbracht. Aber genau das zahlt sich ja heutzutage aus. Denn nicht nur dass über ausgiebiges Touren Geld zum Leben und für Album Produktionen verdient wird, es ist auch für eine langlebige Karriere unablässig. Genau das haben sie verstanden, genau wie die Social Media Promotion mit und für die Fans. Dementsprechend steht nun eine ausgedehnte Welt Tour an und auch das neue Album „Distortland“ steht im April in den Startlöchern. Veröffentlicht wurden schon 2 Singles, nämlich ‚Styggo‘ (Akronym für ‚Something you got to get over‘) und das eingängige ‚You are killing me‘.

3. Aus dem sonnigen Kalifornien kommt das „Pop“ Trio VUM. Wobei es sich um die dunklere Variante, nämlich den selbst benannten pop-noir“ handelt. Maßgeblich am Sound sind kantige Halbakustik Gitarren Riffs, treibende Percussion und Synth Flächen. Und natürlich die markante Stimme von Jennifer Pearl. Wer sich auf die Musik einmal eingelassen hat, der erkennt die wirklich schönen Harmonien und Pop Strukturen unter der teils sperrigen, dark-wavigen Oberflächen. Und genau das macht auch die neue Single ‚New Girls‘ spannend und Vorfreude auf das neue Album „Cryptocystalline“, das nächste Woche erscheint.

4. Eine richtig schöne Tradition ist ja seit fast 10 Jahren der internationale „Record Store Day“, der ganz im Zeichen der Indie Platten Läden steht und jedes Jahr am 3. Samstag im April stattfindet. Zu diesem Anlass lassen es sich viele Kleine oder auch größere Bands es sich nehmen neue, oder unveröffentlichte Songs zu veröffentlichen. Und um den Indie Charakter zu stärken, gibt es von den Songs in der Regel Vinyl Platten als Sammler Editionen mit tollem Artwork. Und trotz einem erfolgreichen Album Release letztes Jahr und laufender Tour haben die Alt Rocker von Foals es sich nehmen zu lassen einen Titel beizusteuern und ihre Fans damit nicht im ‚Rain‘ stehen zu lassen.

5. Ebenfalls letztes Jahr haben die australischen Post Punk / Alternative Rocker von Service Bells ihre erste gleichnamige 6 Song EP raus gebracht, aber offenbar neben dem Touren auch noch Studio Zeit gehabt neue Songs zu produzieren. ‚What was that Look for‘ jedenfalls ist das neueste Ergebnis und man hört ihm an, dass in guter alter Punk Manier nicht viel rumgetüftelt wurde, sondern sehr straight zur Sache kommt.

6. ‚Brimful of Asha‘ war Ende der 90er ein europäischer Top Hit, der die indischen Wurzeln von Sänger Tjinder Singh gekonnt in einen Indie Pop Songs mit Bollywood Charme verschmolzen hatte. Und obwohl sich seine Band Cornershop auch weiterhin regelmäßig in der englischen Musikszene mit unterschiedlichen Stil Experimenten herum getrieben hatte, sind sie mir erst vor ein paar Wochen wieder zu Ohren gekommen. Die neue EP „Hold the Corner“ mit dem Retro Orchester Soul Hit „Born Disco, died Heavy Metal‘ ist wieder ein gekonnter Stilmix aus Disco und Indie Rock und zwingt unweigerlich die gute Laune aus den nasskalten Alltag.

7. Seit 2008 gibt es das englische Electro Rock Duo (bzw. Quartett) The Big Pink, das mit ihrem ersten 2009er Album „A Brief History of Love“ recht erfolgreich waren und 2012 mit dem Nachfolger nochmal n kleinen Hit hatten. Seither ist es um die Kritiker Lieblinge still geworden und erst seit ein paar Wochen gibt es ein musikalisches Lebenszeichen in Form einer neuen EP mit dem Titel: „Empire Underground“. Aus dieser wurde dann Anfang März die Single ‚Beautiful Criminal‘ veröffentlicht und mit dem Hymnen Charakter sofort wieder Hit Potenzial.

8. Neue Tracks vom Seattle Duo Fly Moon Royalty stelle ich ja in schöner Regelmäßigkeit hier vor. Nicht nur weil ich gespannt bin wann sich das crowdgefundete, erste Album Delicious Trouble endlich realisieren und veröffentlichen lässt. Sondern vielmehr weil mich der urban Soul Pop und R´n´B Sound immer wieder erfreut und mich nie enttäuscht. Genau wie die neue Retro Soul Single ‚Grown Man‘.

9. Nick Wood hat bereits in den 80ern als Singer/Songwriter angefangen und mit Kumpel und Duran Duran Sänger Simon Le Bon in Japan eine Musik und Werbe Produktions-Firma und Label SYN gegründet, welches bis heute sehr erfolgreich weltweit operiert und in die USA expandiert. Kern Aufgabe ist es für ihn Film und Werbe Musik zu produzieren, aber er findet auch immer Zeit eigene Songs zu schreiben und Alben zu produzieren. Die sind sicher nicht mit dem großen kommerziellen Anspruch, aber deswegen nicht weniger beachtenswert. Seit ein paar Wochen hat er begonnen diese Songs und Remixe zu veröffentlichen und einer davon heißt ‚So it Goes Space & Time“ hierbei aber in einer sphärischen (Big Al) Remix Variante.

10. / 11. Letztes Jahr kam ja die mittlerweile 7. Episode der Star Wars Geschichte in die Kinos und somit auch wieder nicht enden wollende Marketing Kampagnen. Selbstverständlich gibt es dazu auch einen amtlichen Soundtrack. Eigentlich ja nicht sehr erwähnenswert, wenn doch im Allgemeinen der Film Score aus klassischen Instrumentierungen besteht. Hier ist es allerdings etwas anders, da Science Fiction Star Regisseur JJ Abrams Himself und Star Produzent Rick Rubin hierbei die Regie übernommen haben. Erwähnenswert auch deshalb, weil sie die clevere Idee hatten, Stimm- und Sprach Fragmente, Samples der Original Szenen von namhaften Electronic Künstlern in die Instrumental Songs einbauen zu lassen. Und auf diese Art bekommt der „Star Wars Headspace“ Soundtrack dann doch eine spezielle Note, die nicht nur für Star Wars Fans, sondern auch Electro Music Freunde interessant ist. Ich hab hier deswegen ausnahmsweise ein Double Feature ausgewählt, bei dem sich erst Röyksopp mit ihren ‚Bounty Hunters‘ auf ne wilde Jagd gehen und dann Simon Green, alias Bonobo mit ‚Ghomrassen‘ in die Tiefen des Alls abtaucht.

e.

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